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Umfrage von INVERTO zur Rohstoffbeschaffung
Angst vor Rohstoffrisiken sinkt bei deutschen Unternehmen weiter

Köln (ots) - Die deutsche Wirtschaft sieht die Entwicklung der Rohstoffpreise und deren Verfügbarkeit deutlich entspannter, gleichzeitig rückt aber die Absicherung gegen zukünftige Rohstoffrisiken aus dem Blickfeld. Das zeigt die jährliche Rohstoffstudie der Einkaufs- und Supply-Chain-Beratung INVERTO. So hat die Entwicklung der Rohstoffpreise zwar für 60 Prozent der befragten Unternehmen weiterhin einen großen Einfluss auf das eigene Geschäft, im Vergleich zum Vorjahr ist das jedoch ein Rückgang um 11 Prozent und gegenüber 2011 sogar um 31 Prozent. Stattdessen ist in diesem Jahr erstmals der erhöhte Wettbewerb der wichtigste externe Faktor mit unmittelbarem Einfluss auf das Geschäftsergebnis (61 Prozent). Folglich sehen sich knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten laut Studie gut abgesichert gegen die zukünftige Entwicklung an den Rohstoffmärkten.

Die allgemeine Versorgungslage bei Rohstoffen wird von der großen Mehrheit der Unternehmen ebenfalls als gut bewertet, nur 14 Prozent sehen hier Risiken für das eigene Geschäft. Allerdings ist die Sorge vor Engpässen bei einzelnen Rohstoffarten deutlich größer: So befürchten 30 Prozent eine Verknappung des Angebots bei Seltenen Erden (2013: 26 Prozent), 20 Prozent bei Öl, Gas und Kohle (2013: 17 Prozent) und 15 Prozent bei Chemikalien (2013: 20 Prozent). Am geringsten ist die Angst vor Versorgungsproblemen bei Agrarrohstoffen wie Zucker, Kakao oder Reis.

Angesichts der angespannten politischen Weltlage ist es überraschend, dass die meisten Studienteilnehmer vor allem regulatorische Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa als wichtigste politische Einflussfaktoren für ihren Rohstoffeinkauf ansehen. So sind 49 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) negative Auswirkungen hat, 40 Prozent befürchten Konsequenzen durch höhere Umweltstandards in der EU. Knapp die Hälfte (48 Prozent) glaubt jedoch, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sich beim Rohstoffeinkauf bemerkbar macht oder machen wird.

Dennoch bereiten sich viele Unternehmen bereits auf die Folgen möglicher politischer Konflikte für den Zugang zu Rohstoffen vor. Dabei kommen insbesondere klassische Einkaufsstrategien zum Einsatz: 54 Prozent der Unternehmen nutzen das Dual Sourcing, also die Streuung der Rohstoffbeschaffung auf mehrere Lieferanten und verschiedene Regionen, 45 Prozent auditieren ihre Lieferanten und 39 Prozent der Befragten halten Sicherheitsbestände.

Die Studie zeigt weiterhin, dass Unternehmen darüber hinaus ihre Abhängigkeit von Rohstoffen langfristig verringern wollen, die dafür nötigen Maßnahmen aber wegen der Komplexität bei der Umsetzung noch scheuen. So sind zwar 65 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Materialsubstitution ein wirksames Mittel wäre, um den Rohstoffeinsatz zu reduzieren, aber nur 39 Prozent tun dies in der Praxis bereits. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Änderung von Produktspezifikationen. Hier sind 63 Prozent der Meinung, dass dies eine geeignete Maßnahme wäre, aber nur 48 Prozent der Unternehmen setzen diese bereits um. Mehr Effizienz beim Einsatz von Rohstoffen ist für 58 Prozent der Studienteilnehmer eine sinnvolle Lösung, aber diese Methode wird nur bei 41 Prozent der Unternehmen angewendet.

"Die Rohstoffbeschaffung bereitet den Unternehmen derzeit wenige Probleme, denn die Preise haben sich wieder normalisiert und es gibt kaum Versorgungsengpässe. Das führt dazu, dass Unternehmen innovative, aber komplexe Maßnahmen zur Absicherung gegen Risiken nicht mehr als Priorität sehen", sagt Lars-Peter Häfele, Leiter des Competence Center Raw Materials bei INVERTO. "Die effektivste Absicherung ist letztlich, den Rohstoffeinsatz zu verringern, indem zum Beispiel Spezifikationen geändert oder alternative Materialien genutzt werden. Viele Unternehmen scheuen jedoch den damit verbundenen Aufwand, denn diese Maßnahmen erfordern weit mehr als nur Optimierungen im Einkaufsprozess. Dabei lohnen sich solche strategischen Anpassungen für die Unternehmen, um besser auf zukünftige Rohstoffkrisen vorbereitet zu sein und um einen langfristigen Wettbewerbsvorteil zu generieren."

Über die Studie:

Die jährliche Rohstoffstudie von INVERTO wurde 2014 bereits zum fünften Mal durchgeführt. Die Studie geht der Frage nach, wie Unternehmen die Entwicklung bei Rohstoffpreisen und der Versorgungslage bewerten und welche Maßnahmen sie zur Absicherung gegen diese Risiken nutzen. In diesem Jahr wurden 80 Unternehmen aus ressourcenintensiven Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Umfragedaten wurden zwischen Juni und August 2014 erhoben.

Über die INVERTO AG:

Mit dem Ziel, Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen, wurde die INVERTO AG im Juli 2000 gegründet. Als internationale Unternehmensberatung mit 130 Experten an zehn Standorten ist INVERTO der führende Spezialist für strategischen Einkauf und Supply Chain Management in Europa.

Zu den Kunden zählen internationale Konzerne, führende Mittelständler aus Industrie und Handel und die weltweit größten Private Equity Unternehmen. Das Leistungsangebot reicht von der Identifizierung und Bewertung von Potenzialen zur Kostensenkung und Leistungssteigerung über deren Umsetzung vor Ort bis zur Professionalisierung der Gesamtorganisation. Mit unternehmerischem Ansatz sorgt INVERTO für Transparenz, realisierte Verbesserungen und Messbarkeit. www.inverto.com

Kontakt:

INVERTO AG
Melanie Burkard-Pispers
Leiterin Marketing & Kommunikation
Lichtstraße 43i
D-50825 Köln
Telefon: +49 221 485 687-141
E-Mail: mburkard@INVERTO.com



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