Schweizerische Fahrlehrerverband

Elektronische Assistenzsysteme: Kein Ausbildungsersatz
3. SFV-Matinée

Genf/Bern (ots) - Elektronische Fahrerassistenz-Systeme tragen zwar zur Erhöhung der Strassenverkehrssicherheit bzw. zur Reduktion schwerer Unfälle bei. Ein Ersatz für eine seriöse Ausbildung angehender Fahrzeuglenkender sind sie jedoch nicht.

So lautet die Quintessenz der dritten Fach-Matinée des Schweizerischen Fahrlehrer-Verbands (SFV), die im Rahmen des Automobilsalons in Genf durchgeführt wurde.

Gemäss Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung und der AXA-Versicherungsgesellschaft könnte dank elektronischen Fahrerassistenz-Systemen die Zahl der schweren Unfälle um bis zur Hälfte gesenkt werden. Was in den 1990er Jahren mit dem serienmässigen Einsatz der ABS-Systeme zur Verhinderung blockierter Bremsen begann, betrifft im modernen Fahrzeug eine Vielzahl von Bereichen, von der Stabilitäts- und Spurhaltekontrolle bis zur Park- und der Problematik des "Toten Winkels". Diese Systeme können laut Prof. Bernhard Gerster (FH Biel) und Dr. Markus Hackenfort (ZHAW Zürich) zur Erhöhung der Fahr- und Verkehrssicherheit beitragen. Allerdings besteht die empirisch nachweisbare Gefahr, dass der Mensch den technischen Sicherheitsgewinn durch riskantere Fahrweisen oder anderweitige Ablenkungen (Handy, Navigationsgeräte usw.) kompensiert.

Aus diesem Grund sind den Anwendenden die Grenzen derartiger Systeme aufzuzeigen. Dieses Basiswissen muss nach Ansicht des Präsidenten der Kommission Führerprüfungen der asa (Vereinigung der Strassenverkehrsämter), Josef Blersch (Schwyz), bereits während der fahrerischen Grundausbildung vermittelt werden. Dementsprechend hoch sind gemäss den Fahrlehrern und -instruktoren Ravaldo Guerrini (Neuhaus/SG) und Salvatore Becker (Ziefen/BL) die Wissens- und methodischen Anforderungen an die Fahrlehrerschaft. Diese befinde sich allerdings nicht selten im Dilemma zwischen den Vorstellungen der Fahrschüler, die mit einer möglichst geringen Anzahl Fahrstunden die Prüfung absolvieren möchten, und den Bedürfnissen einer fundierten Ausbildung.

Moderne Fahrerassistenz-Systeme unterstützen auch sparsamere, ökologischere Fahrweisen. Einen Ersatz für eine entsprechende Ausbildung durch Eco-Drive-Instruktoren stellen sie jedoch nicht dar, betonte der Technische Direktor der Quality Alliance Eco-Drive, Michel Alder (Sion).

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