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Wahlen 2015: Überforderung hält Jugendliche vom Wählen ab

Wahlen 2015: Überforderung hält Jugendliche vom Wählen ab
Zoë Maire, Lea Thommen und Alexandra Molinaro vom Team easyvote vor dem Bundeshaus Bern. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.ch/pm/100050624 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "OTS.Bild/easyvote/DSJ / easyvote"

Bern (ots) - In einem Jahr ist es wieder so weit: Die Schweizer Bevölkerung wählt den National- und Ständerat. Die Wahlbeteiligung von jungen Erwachsenen ist 2011 auf knapp 30% gefallen. Um griffige Gegenmassnahmen zu entwickeln, hat easyvote eine gross angelegte repräsentative Zielgruppenanalyse durchgeführt. Die Resultate erschrecken auf den ersten Blick, bergen jedoch Potential zur Entwicklung wirkungsvoller Massnahmen wie die Förderung von politischen Gesprächen in Schulen, die Aufbereitung von einfachen und neutralen Informationen rund um die Wahlen und eine nationale Kampagne.

Bei der Zielgruppenanalyse wurde eine repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit dem gfs.bern durchgeführt. Dabei wurden 1'309 Jugendliche aus 10 Kantonen in drei Sprachregionen befragt. Die befragen Jugendlichen beklagen sich, dass die politische Sprache zu kompliziert, die KandidatInnen bei Wahlen kaum bekannt und der Wahlakt generell zu schwierig sei. Einfache und verständliche Wahlinformationen können einen weiteren wichtigen Beitrag dazu leisten. Das Gute an der materiellen Überforderung ist, dass sie - im Gegensatz etwa zur fehlenden Motivation - vergleichsweise einfach zu bekämpfen ist.

60'000 Jugendliche mit Gesprächen statt Lifestyle-Events mobilisieren

Gemäss der Studie kann eine Wahlbeteiligung der jungen Erwachsenen von 40% angestrebt werden. Dies entspricht einem Mobilisierungspotential von 60'000 Personen, welche ohne gezielte Massnahmen nicht wählen würden. Jugendliche erachten Wahlen als seriöse Angelegenheit. Lifestyle-Events und Spass sind als Mobilisierungsmassnahmen nicht erwünscht. Sie sind der Ansicht, dass man sich an den Wahlen beteiligen sollte, damit die Interessen der Jugend vertreten werden. Weiter wird Wählen als seriöse Bürgerpflicht angesehen. Das zentrale Motivationsinstrument für die Teilnahme an Wahlen oder Abstimmungen ist das Gespräch mit den Eltern. Nicht in allen Elternhäusern können diese jedoch stattfinden. Entsprechend sind alternative Orte, um solche Gespräche zu führen - der Arbeitsplatz, die Schulpause oder sogar der Unterricht - wertvoll, um eine latent vorhandene Bereitschaft zur Teilnahme zu aktivieren.

Mit kleiner, aber wirkungsvoller Allianz gegen tiefe Wahlbeteiligung

Im Rahmen der qualitativen Stakeholder-Analyse wurden über 80 VertreterInnen aus Politik, offenen und verbandlichen Jugendorganisationen, Wirtschaft, Bildung, Verwaltung usw. im Rahmen von Gruppengesprächen und Einzelinterviews befragt. Die Dringlichkeit zur Mobilisierung junger Erwachsener wird von allen unterstrichen. Jedoch nur knapp eine Handvoll Akteure sind bereit, Ressourcen zu investieren oder weisen ein Mobilisierungspotential auf. Die wichtigsten Akteure im Rahmen der Parlamentswahlen 2015 werden nebst easyvote die Jungparteien, bestehende Politplattformen wie smartvote sowie die SAJV,, Jugendmedien sowie Berufs- und Mittelschulen sein. Um die Schlagkraft der wenigen Akteure zu erhöhen, werden die Massnahmen zielgenau durch easyvote koordiniert.

Politische Gespräche in Schulen und nationale Kampagne als Lösung

Auf Basis der durchgeführten Analysen und den langjährigen Erfahrungen von easyvote werden bis Ende November Massnahmen zur Mobilisierung und Information junger Erwachsener entwickelt. Die Lösungsansätze werden drei Bereiche umfassen. Erstens sollen politische Gespräche zwischen SchülerInnen und PolitikerInnen über Abstimmungen, Wahlen und konkrete politische Themen in Mittelschulen und Berufsschulen proaktiv gefördert und durchgeführt werden. Zweitens wird das multimediale Informationsangebot über Wahlen insbesondere über die KandidatInnen weiter entwickelt und ausgebaut. Drittens soll eine grosse nationale Kampagne bei Wahlen und bei Abstimmungen auf die Wichtigkeit und Folgen der politischen Beteiligung hinweisen. Nur wenn jetzt Massnahmen ergriffen werden, kann verhindert werden, dass die Wahlbeteiligung von jungen Erwachsenen noch weiter sinken wird.

Vollständige Studie:  
https://www.easyvote.ch/de/wahlen/schweiz/easyvote-tagung/ 

Pressebilder:  
https://www.easyvote.ch/de/ueber-uns/medien/pressefotos/
Von der Tagung ab ca. 16:00 verfügbar. 
 
Pressevideo easyvote-Tagung: ca. ab 19:00 verfügbar  

Weitere Informationen zu easyvote  
https://www.easyvote.ch/de/ueber-uns/ueber-easyvote/uebersicht/ 

Kontakt:

Nicola Jorio
Co-Projektleiter easyvote
nicola.jorio@dsj.ch
079 562 83 30



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