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Kommentar zu Film
Auszeichnungen

Osnabrück (ots) - Der Künstler ist abwesend

Lars von Trier meidet die Gala zum Europäischen Filmpreis, und gewinnt. Vielleicht ist das die beste Lösung für einen Künstler, der die Wahrnehmung seines Werks selbst immer wieder mutwillig beschädigt. An seinem Rang ändert die Aufregung um vermurkste Pressekonferenzen ohnehin nichts: "Melancholia", diese bildmächtige Ineinssetzung von Depression und Weltende, ist zweifellos einer der überwältigendsten Filme des Jahres. Schade, dass Dresens Krebstod-Drama "Halt auf freier Strecke" es nicht in die Endauswahl geschafft hat. Sein Improvisationsrealismus ist schließlich der denkbar größte Gegenentwurf zu von Triers symbolischer Überhöhung.

Überhaupt hat der Filmpreis ein starkes Jahr erlebt: Radikale Geschichten und kühne Ästhetiken bis hin zum Stummfilm, die aktuelle Auswahl stand in gutem Kontrast zum hochwertigen, aber auch marktorientierten Thriller "Der Ghostwriter", für den Polanski im letzten Jahr mit Preisen überhäuft wurde.

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