Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Extremismus
Kriminalität

Osnabrück (ots) - Nie wieder

Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mindestens 14 Banküberfälle schreiben die Ermittler der sogenannten Zwickauer Neonazi-Zelle zu. Und die Liste der Taten könnte noch länger werden. Es ist eine Bilanz des Schreckens, und des blamablen Versagens der Sicherheitsbehörden. Nur schnelle Aufklärungserfolge können verlorenes Vertrauen wiederherstellen. Dass jetzt auch die Öffentlichkeit zur Mithilfe aufgerufen wird, leitet hoffentlich eine neue Phase in den Ermittlungen ein.

Erinnerungen werden wach an die Plakate, mit denen einst nach den Mitgliedern der Rote-Armee-Fraktion gefahndet wurde. Dem Linksterrorismus sagte der Staat unverzüglich einen unerbittlichen Kampf an. Den Rechtsterrorismus hat er dagegen erst spät, tödlich spät, erkannt. Dass jetzt endlich Konsequenzen gezogen werden, ist nur zu begrüßen.

Alle verfügbaren Kräfte müssen mobilisiert werden, um Helfer und Helfershelfer des Zwickauer Trios zu finden. Zudem gilt es, die Geheimdienste besser zu vernetzen, damit nie wieder radikale Gesinnungstäter mordend durchs Land ziehen können und Deutschlands Ansehen in der ganzen Welt beschädigen. Einzig ein Gutes gibt es bislang: Der Blick nach rechts wird schärfer. Und die immer offener zutage tretenden Verbindungen zwischen gewalttätigen Neonazis und der NPD erhöhen die Chancen auf ein Verbot der Partei, die nichts anderes ist als der legale Arm übler Ausländerfeinde.

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