Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Bevölkerung
Deutschland
Niederlande

Osnabrück (ots) - Weltfremd

Es ist Zeit für eine gründliche Bestandsaufnahme der deutsch-niederländischen Beziehungen im Grenzgebiet. Dies zeigt die Äußerung des Emmener Politikers Bouke Arends. Im Rat ist sie als "europafeindlich" bezeichnet worden, aber sie ist mehr als das, sie ist weltfremd.

Ein niederländisches Ehepaar, das in Meppen Arbeit und ein Wohnhaus gefunden hatte, stand vor der Frage nach der Schullaufbahn der beiden Töchter. Eine entschied sich für die deutsche Schule und hat inzwischen das Abitur bestanden, die andere wollte ihre Schule nicht wechseln und blieb in Emmen. Diese Mädchen sind keine "Parasiten". Beide leben das vereinte Europa, das Freizügigkeit bietet.

Schulen in Emmen tauschen sich mit Partnern im Emsland aus, und die dortige Fachhochschule wirbt um Studenten aus Deutschland. In den vergangenen 20 Jahren ist in der Grenzregion eine Generation herangewachsen, die keine Schlagbäume und Grenzkontrollen mehr kennt und diese auch nicht will. Arends sollte den Realitäten ins Auge sehen, die Stadt Emmen steht gleichermaßen im Wettbewerb mit niederländischen und deutschen Nachbarkommunen. Außerdem hat sich eine wirtschaftliche Arbeitsteilung zwischen den Orten an der Grenze entwickelt, von der auch Emmen profitiert. Deshalb ist es besser, gemeinsame Konzepte zu entwickeln, als eine erneute Trennung zu fordern.

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