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Kommentar zu Italien
Archäologie

Osnabrück (ots) - Schwerpunkte setzen

Man muss es bedauern, aber kann es nicht ändern: Viele Zeugnisse der Geschichte werden verfallen. Wenn nicht heute, dann in hundert oder dreihundert Jahren. Selbst mit größten Geldbeträgen lassen sich naturwissenschaftliche Gesetze nicht überall und auf Ewigkeit umgehen. Nicht an jedem Ort muss deshalb mit aller Kraft gegen den Verfall gekämpft werden, wohl aber an zwar wenigen, dafür umso schützenswerteren Stellen. Pompeji ist fraglos ein solcher Schwerpunkt, ebenso wie andere Stätten, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Hier kann es nur um kompromisslosen Schutz unter staatlicher Regie gehen, während in anderen Fällen Zugeständnisse denkbar sind oder regionale Akteure für Erhalt sorgen können.

Was die UNESCO betrifft, muss sie künftig strenger auswählen. Umso höhere Maßstäbe haben im Gegenzug für den Zustand zu gelten. Die Römerstadt darf um keinen Preis verfallen, auch das Kolonialviertel von Santo Domingo oder vergleichbare Relikte globaler Bedeutung nicht. Gilt das aber auch, um zwei deutsche Welterbe-Beispiele zu nennen, für Berliner-Moderne-Siedlungen oder den Muskauer Park?

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