Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Kommunen
Unglücke
Loveparade

Osnabrück (ots) - Chance zum Neuanfang vertan

Die Love-Parade hätte von der Stadt Duisburg nie genehmigt werden dürfen. So steht es schwarz auf weiß im Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Duisburg. Es sagt viel über Adolf Sauerland aus, dass er dennoch bis heute bei der Stadtverwaltung keine entscheidenden Fehler erkennt und einen Rücktritt beharrlich ablehnt.

Der Oberbürgermeister mag sein Abwiegeln und Abwehren für Rückgrat halten, tatsächlich ist es das glatte Gegenteil. Sauerland hat den Zeitpunkt für einen politischen Neuanfang verpasst. Solange er im Amt ist, werden die Wunden von Duisburg nicht heilen und die Stadt keinen Frieden finden. Dennoch klebt der Oberbürgermeister weiter an seinem Sessel. Wollen sie ihn vor 2015 loswerden, müssen die Duisburger ihn tatsächlich per Bürgerentscheid aus dem Rathaus jagen. Unfassbar, dass Sauerland es so weit kommen lassen will.

Die Abwahl-Posse ist der traurige Höhepunkt eines hässlichen Gezerres um die Schuldigen der Love-Parade-Tragödie. Seit Monaten schieben sich Stadt, Polizei und Veranstalter die Verantwortung zu. Es geht nur noch darum, den eigenen Kopf zu retten. Wer juristisch für die Toten und Verletzten von Duisburg geradestehen muss, haben die Gerichte noch zu klären. Sauerland ist strafrechtlich wohl kein Vorwurf zu machen. Die politische Verantwortung besteht aber unabhängig davon: Sie ist auch eine Haftung für fremdes Tun, für Fehler, die andere gemacht haben.

Kontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207


Das könnte Sie auch interessieren: