Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Ernährungsdebatte

Osnabrück (ots) - Beschämend

Endlich kommt Bewegung in die Ernährungsdebatte. Der Film "Taste the Waste" rüttelt die Menschen auf, Mülltaucher ernten Beifall in Talkshows, Verbraucherministerin Aigner lässt ermitteln, wie viele Tonnen Lebensmittel die Bürger wegwerfen, ihr Kollege Niebel gründet eine Task Force, um die Bekämpfung des Hungers besser zu koordinieren. Offenbar ist die Erkenntnis gewachsen, dass es so nicht mehr weitergehen darf. Gut so.

Einem Hungernden könnte wohl niemand erklären, warum mehr als genügend Nahrung für die gesamte Weltbevölkerung produziert wird, aber eine Milliarde Menschen Hunger leiden - Tendenz steigend. Selbst in der Bundesrepublik sind eine halbe Million Kinder ungenügend ernährt. Ein Skandal.

Es gibt viele Gründe, die zu dieser extrem ungerechten Situation geführt haben. An vorderster Stelle stehen das Konsumverhalten in den Industrieländern und die Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln infolge von Spekulationsgeschäften. Bauern in Afrika, Südamerika und Asien kämpfen gegen den Raubbau, den Konzerne für die Produktion von Biosprit verursachen. Aber auch ihre eigenen Anbaumethoden sind ineffizient und bedürfen einer Neustrukturierung. Absichtserklärungen helfen nicht mehr weiter, gefragt sind global koordinierte Konzepte.

Aber auch jeder von uns kann etwas tun - zum Beispiel mit Lebensmitteln sparsamer umgehen.

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