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Kommentar zu Tarife
Luftverkehr
Fluglotsen

Osnabrück (ots) - Ramsauer sei Dank

Das war knapp. Quasi in letzter Minute ist es gelungen, einen Streik der Fluglotsen abzuwenden. Die Beharrlichkeit von Verkehrsminister Ramsauer, der auf eine weitere Verhandlungsrunde gedrängt hatte, hat sich ausgezahlt. Er darf sich nun rühmen, Zehntausenden von Passagieren viel Ärger und Stress erspart zu haben. Aufgegangen ist freilich auch die Taktik der Gewerkschaft der Flugsicherung. In monatelangem Streit hat sie den Tarifpartner zermürbt und zu deutlichen Zugeständnissen bewegt. Die tariflichen Verbesserungen in Form von mehr Geld und Höherstufungen können sich sehen lassen, zumal Fluglotsen auch bislang schon gut bezahlt wurden.

Zweifellos hat das große Drohpotenzial der kleinen Gewerkschaft die entscheidende Rolle gespielt. Schon mit einem Streik einiger Hundert Mitarbeiter könnte sie den Flugverkehr stark stören oder gar zum Erliegen bringen. Wer sich über so viel Macht erregt, sollte allerdings auch nicht vergessen, dass Streiks in der Privatwirtschaft völlig legal sind. Und die Deutsche Flugsicherung ist nun einmal seit Anfang der 1990er-Jahre privatrechtlich organisiert. Speziell führende Vertreter der Fluggesellschaften hatten seinerzeit darauf gedrängt, die als zu teuer kritisierte Bundesanstalt für Flugsicherung abzuschaffen. Wenn sie nun darüber klagen, dass die Mitarbeiter der neuen Gesellschaft im Gegensatz zu Beamten streiken dürfen, so ist das scheinheilig.

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