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Osnabrück (ots) - Abstieg vom Olymp

Dieses Urteil bedeutet für Media-Saturn wahrscheinlich den Abstieg vom Olymp der Elektrohändler. Die juristische Schlappe von Metro-Chef Eckhard Cordes gegen den Media-Markt-Gründer festigt die verkrusteten Machtverhältnisse beim Weltmarktführer. Der Richterspruch verhindert auch weiterhin schnelle Entscheidungsprozesse im Konzern.

Dass ausgerechnet der größte Elektronikhändler erst jetzt mit einem Internet-Verkauf an den Start geht, kann nur als Beleg für die Blockade im Unternehmen zwischen Metro einerseits und den Minderheitsgesellschaftern andererseits gewertet werden. Eine Firma mit mehr als 60 000 Beschäftigten und 20 Milliarden Euro Umsatz darf sich das in den Führungsgremien nicht leisten. Der Konzern braucht Machtverhältnisse, die in einem globalen Markt schnelle Entscheidungen möglich machen.

Bleibt also die Frage: Wie geht es weiter bei Media-Saturn? Cordes und sein Nachfolger an der Spitze der Metro-Group werden weitere Kompromisse schon angesichts der mäßigen Bilanzzahlen nicht dulden können. Konkurrenten wie der Online-Händler Amazon lauern auf ihre Chance. Es dürfte also zu einem offenen Machtkampf im Konzern kommen, der das Unternehmen noch stärker lähmt als bisher. Je länger diese Auseinandersetzung dauert, desto wahrscheinlicher ist, dass die Karten auf dem internationalen Markt ganz neu gemischt werden.

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