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Osnabrück (ots) - Austausch statt Ausbeutung

Ein Operndorf mitten in Afrika: Das klingt ausgesprochen versponnen, zumal in Zusammenhang mit dem Namen Schlingensief. Wer den Wolfgangsee mithilfe Arbeitsloser zum Überlaufen bringen will, muss Künstler oder verrückt sein. Schlingensief hängte man beides an und übertrug das auf sein Operndorf: Denn wie verrückt muss man sein, um Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt mit westlicher Hochkultur zu traktieren, wo sie doch gewiss andere Sorgen haben?

Haben sie auch: Dürre, Armut und Krankheit greifen existenzieller ins Leben der Menschen ein als Schlingensiefs Ideen von der Begegnung der Kulturen. Aber was bei uns richtig ist, kann in Afrika nicht ganz falsch sein: nämlich, dass Bildung Wege aus Armut und Elend ebnet. Folgerichtig öffnet das Operndorf mit einer Schule, leise, unaufdringlich, dauerhaft. Damit strebt das Projekt durchaus nach Gewinn: nämlich kulturellem Dialog auf Augenhöhe. Austausch tritt damit an die Stelle kolonialer Ausbeutung: was für ein Fortschritt.

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