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Osnabrück (ots) - Der Vorteil einer wirtschaftlichen Abkühlung

Unerwartet deutlich ist die Inflation im Euro-Raum geklettert. Das ist natürlich ein Anlass zur Sorge. Bei wem jetzt aber Ängste vor Hyper-Inflation aufsteigen, der sei beruhigt: Fast alles spricht dafür, dass die Teuerungsrate in den kommenden Monaten wieder sinkt. Denn die Wirtschaft dürfte sich in der Euro-Zone abkühlen. Ein Ärgernis sind drei Prozent Inflation dennoch. Das ist immerhin ein voller Prozentpunkt über dem Wert, bei dem die Europäische Zentralbank (EZB) Geldwertstabilität gegeben sieht. Die EZB verfehlt ihr eigenes Ziel, mit Absicht, wie viele Kritiker behaupten.

Daran ist viel Wahres. Mit dem Ankauf der Anleihen von Euro-Pleitestaaten etwa hat die EZB den Geldmarkt geflutet. Hinzu kommt ihre Niedrigzinspolitik. Bei 1,50 Prozent liegt der Leitzins derzeit, zu niedrig angesichts der noch immer beeindruckenden Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. In anderen Euro-Staaten wie Griechenland ist die Konjunktur dagegen eingebrochen, auch das muss die EZB bei ihrer Zinspolitik berücksichtigen. Mit den beiden kleinen Zinserhöhungen, die sie zuletzt vornahm, hat sie einen Kompromiss gesucht. Deutschland ist sie entgegengekommen, ein bisschen zumindest. Den angeschlagenen Staaten dagegen hat sie geschadet. Es klingt paradox: Aber eine leichte wirtschaftliche Abkühlung in der Euro-Zone könnte diesmal sogar von Vorteil sein. Zumindest der EZB erleichtert sie den Kampf gegen die Schuldenkrise.

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