Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Unternehmen
VW
MAN

Osnabrück (ots) - Ein großer Tanker

Die jüngste Entscheidung der EU-Kommission ist mal wieder eine gute Nachricht für die Chefetage des VW-Konzerns. Nach diversen Rückschlägen wie dem Zurückpfeifen einer schnellen Einverleibung von Porsche durch die Wolfsburger und dem überraschend offen und klar ausgetragenen Beziehungsstress zwischen Suzuki und Volkswagen gibt es jetzt wieder etwas zu feiern im VW-Verwaltungsturm. In den nächsten Wochen wird Europas größter Pkw-Hersteller die Mehrheit beim Münchner Traditionskonzern MAN übernehmen. Eine mehr als 250-jährige Selbstständigkeit an der Isar geht damit zu Ende.

VW-Patriarch Ferdinand Piëch ist fast am Ziel seines Planes, einen Automobilkonzern zu schaffen, der vom Kleinwagen Up über den Bestseller Golf und Sportwagen mit mehr als 1000 PS bis zur starken Sattelschlepper-Zugmaschine ein nahezu lückenloses Programm auf vier und mehr Rädern bietet.

Aber ein weltumspannendes Netzwerk aus Dutzenden von Fabriken birgt auch Risiken. Schon jetzt arbeiten im Konzern 435 000 Beschäftigte, mit MAN kommen noch einmal gut 52 000 Mitarbeiter dazu. Noch nicht gezählt sind die 13 000 Porsche-Leute: insgesamt also rund 500 000 Menschen weltweit, die dann für den Konzern arbeiten. Da heißt es Überblick behalten, Baustellen rechtzeitig erkennen und bei Problemen schnell handeln. Hoffentlich gelingt das. Denn ein großer Tanker ist nur schwer zu manövrieren.

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