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Zum gesellschaftlichen Wandel in der Türkei:

Berlin (ots) - Anders als den meisten arabischen Ländern stehen die Chancen, den Graben zwischen den Lagern zu überwinden, in der Türkei deshalb günstig. Doch was tut Erdogan? Statt den Reformkurs wieder aufzunehmen und gesellschaftliche Gräben zuzuschütten, missversteht der Premier den libertären Charakter der Proteste und fällt zurück in den autoritären Stil seiner Vorgänger. Erst nannte er die Gezi-Demonstranten "Marodeure", jetzt "erbärmliche Nagetiere". An jedem Wochenende fahren Wasserwerfer in den Innenstädten von Istanbul, Ankara und Izmir auf, um jegliche Ansammlung von Demonstranten brutal zu zerstreuen. Die staatlich gelenkte Justiz hat es fertiggebracht, in den "großen Sack" des Ergenekon-Verfahrens die Gegner des neuen islamischen Establishments von links bis rechts zu stecken.

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