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Kommentar zu Gesichtsscannern vor Fußballstadien

Berlin (ots) - Um "Chaoten" aufzuspüren will der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns Scanner vor Fußballstadien installieren. Die Gesichter aller Spielbesucher sollen elektronisch mit der Datei "Gewalttäter Sport" abgeglichen werden, um zuverlässiger als bisher Stadionverbote durchzusetzen. Aber Biometrie gegen Brutalität beim Ballsport ist wie Schießen mit dem Schrotgewehr. Irgendwas wird schon treffen. Ein Rechtsstaat darf so ein Zufallsprinzip nicht vorsehen. Weder die Häufigkeit der Vorfälle noch die Schwere der Straftatbestände vermag derart weitreichende Eingriffe in Freiheitsrechte zu legitimieren. Ganz zu schweigen von banalen alltäglichen Folgen: 80 0000 Fans in Dortmund müssten wohl am Tag vor dem Spiel anreisen, um bis zum Anpfiff kontrolliert werden zu können.

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