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Kommentar zur Griechenland-Krise

Berlin (ots) - Es heißt, die Rückkehr zur Drachme wäre furchtbar für die Griechen, ein Rückfall um 20, 25 Jahre. Fragt sich, von welchem Niveau aus: einem imaginierten Niveau 2012, einem, das gefälscht und erfunden ist wie griechische Statistiken? Es mag gute ökonomische Kalkulationen geben, die gegen die Drachme sprechen, aber es gibt politische, die das Gegenteil nahelegen: Mit dem Euro begeben sich die Griechen auf Jahrzehnte in eine fremdgesteuerte Kommandowirtschaft, müssten eine Erziehungsdiktatur erdulden, die ihnen alsbald Finanzdisziplin, Steuerzahlen und ähnliches beibiegen will. Das geht in Generationen nicht, wie jede Erfahrung lehrt. Drachme heißt nicht nur Rückfall, sondern auch Gewinnen von Gestaltungsmacht, von Souveränität, von Demokratie. Die Griechen müssen ihren Weg finden. Hilfe sollte ihnen gewiss sein.

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