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Einheit war große Integrationsleistung: Jochim Stoltenberg zum 3. Oktober

Berlin (ots) - Wenn die Meteorologen recht behalten, wird es am Tag der Deutschen Einheit ein Wetter, wie es sich der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, immer gewünscht hat: ein sonniger Herbsttag, an dem wir uns unseres nationalen Feiertags - ein bisschen wie die Franzosen - auf Straßen und Plätzen erfreuen können. Wir sollten es sogar mit einem gewissen Stolz tun. Denn was 1989/90 mit sehr viel Mut und Freiheitswillen der Menschen im unterdrückten Teil Deutschlands begann und dann gemeinsam von Ost und West wirtschaftlich, sozial, kulturell und infrastrukturell wiederaufgebaut wurde, kann sich nach nunmehr 23 Jahren wahrlich sehen lassen. Wer es immer noch nicht glaubt, der gehe offenen Auges durch unsere Stadt, der schaue sich Dresden und Leipzig an, der fahre durch die Industrieregion Bitterfeld-Wolfen, ganz zu schweigen von den wieder erstrahlten Bädern an der Ostseeküste.

Mittlerweile fühlt sich denn auch jeder dritte Deutsche zwischen Ostsee und Erzgebirge als "richtiger Bundesbürger". Eine Integrationsleistung von beiden Seiten, die höchsten Respekt verlangt. Dass die überwiegende Mehrheit der Ostdeutschen darüber hinaus die Wiedervereinigung als Gewinn wertet, ist weniger überraschend als die Erkenntnis, dass der Anteil der Zufriedenen über Jahre kontinuierlich wächst. Wer kann da noch ernsthaft zweifeln, dass wieder zusammengewachsen ist, was nie hätte getrennt werden dürfen?

Freuen wir uns also gemeinsam darüber, was dieses Land aus dem ebenso unerwarteten wie großen Geschenk der Geschichte gemacht hat. Überwinden wir zumindest für ein paar Stunden den Hang zu Selbstzweifeln und Nörgelei. Am Tag der Einheit gibt es dazu wirklich keinen Anlass.

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