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Deutsche glauben nicht an einen Sieg von Lena Meyer-Landrut

Düsseldorf/München (ots) - Noch vor einem Jahr war Lena Meyer-Landrut der unverhoffte Star am deutschen Pophimmel. Die als Außenseiterin ins Rennen gegangene Schülerin eroberte 2010 durch ihre natürliche und ungekünstelte Art die Herzen der Zuschauer in ganz Europa. Ein Jahr später hat sich das Bild radikal gewandelt: Zumindest die Deutschen haben sich an Lena satt gesehen und rechnen nicht mit einem Sieg der Sängerin aus Hannover. 75 Prozent halten einen Sieg für unmöglich, knapp 50 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Lenas Karriere einen Knick erleidet, weil das Publikum ihrer überdrüssig wird. Knapp 65 Prozent glauben nicht daran, dass Lena dauerhaft als Künstlerin erfolg haben wird. Das geht aus einer laufenden Studie der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation hervor, die heute in Auszügen bei einer Fachtagung zum Eurovision Song Contest (ESC) an der Fachhochschule Düsseldorf vorgestellt wurde. Zur Teilnahme wurden mehr als 2.000 Deutsche aller Altersklassen aufgefordert, die Rücklaufquote liegt aktuell bei knapp 25 Prozent.

Für 28 Prozent der Befragten wirkt die einst als natürlich und authentisch gefeierte Sängerin "gekünstelt", immerhin 21 Prozent finden sie nach wie vor "erfrischend", weiter 18 Prozent meinen, sie wirke "natürlich". Lena steht als Marke für einen mädchenhaften Stil (24 Prozent), sie strahlt Selbstbewusstsein aus, 12 Prozent der Befragten finden sie sogar charismatisch. Die Musik wird als "leicht und flippig" empfunden, meint rund ein Viertel der Befragten, doch über 37 Prozent halten ihre Musik für gewöhnlichen Mainstream-Pop, knapp 17 Prozent finden sie "eintönig".

Karriereperspektiven für Lena

Sollten die Zeiten des Musizierens dann früher vorüber sein als geplant, können sich über 40 Prozent der Deutschen Lena gut als Moderatorin vorstellen, 30 Prozent sehen Lena als Schauspielerin - aber 23 Prozent identifizieren die Sängerin mit keiner der genannten Rollen. Ein Wechsel in ein anderes künstlerisches Fach halten sie für unwahrscheinlich.

Zum Erfolg von Lena Meyer-Landrut hat vor allem die Markenfamilie von Stefan Raab beigetragen. Doch auch Lena selbst hat ihre anerkannten Qualitäten. 45 Prozent trauen Raab nicht zu, aus einer anderen talentierten Sängerin eine "zweite Lena" zu kreieren. Dennoch: 83 Prozent der Befragten glauben, Lenas Erfolg steht und fällt mit Stefan Raab. Entsprechend stellt er auch ein Risiko für Lenas Karriere dar. Rund 20 Prozent glauben, dass Lena nur als Anhängsel von Stefan Raab wahrgenommen wird und ihre Karriere vorbei sein kann, wenn Raab sie fallen lässt. "Der Markenaufbau der Künstlermarke Lena verlief rasant, scheint aber sehr früh zu erlahmen. Das Konzept schein nicht aufzugehen: Eine Künstlerin mit deutlich mehr Potenzial wird viel zu früh verheizt", kommentiert Prof. Dr. Lars Rademacher, der das Projekt "Boulevardtheorie" an der MHMK leitet, die Zwischenergebnisse der Studie.

Kontakt:

Sarah Ines Struck
Tel. (089) 961 60 80 431



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