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Ulrike Folkerts: "Eigentlich ist das Älterwerden gar nicht so schlimm. Manchmal überkommt mich trotzdem die Panik"

Hamburg (ots) - Sie ist 52 Jahre alt. Aber auch heute noch wären Himalaya-Besteigung oder Triathlon für sie machbar - "wenn ich trainieren würde", sagt Ulrike Folkerts im Interview mit dem Frauenmagazin EMOTION (Ausgabe 9/2013 ab morgen im Handel, www.emotion.de). "Nur Kinder bekommen, das ist echt das Einzige, was ich nicht mehr hinkriegen werde. Aber ich wollte ohnehin nie welche", so die lesbische Frau. Ihr Fazit: "Eigentlich ist das Älterwerden gar nicht so schlimm. Manchmal überkommt mich trotzdem die Panik."

Die Schauspielerin ist keine Klischee-Künstlernatur, die gedankenlos in den Tag hinein lebt. Themen wie Altersarmut oder unsichere Renten beschäftigen die gebürtige Kasselerin. "Ich habe Freunde, die bezahlen keine Krankenversicherung, weil sie dauernd knapp bei Kasse sind. Ein Wahnsinn." Sie macht es anders: "Ich habe einigermaßen vorgesorgt und zahle weiter ein. Außerdem kann ich so lange arbeiten, wie man mich besetzt", sagt die erfolgreiche Film- und Theaterschauspielerin. Auch ihre Lebensgefährtin, die Malerin Katharina Schnitzler, hatte schon mit finanziellen Sorgen zu kämpfen: "Katharina ist jemand, die als Künstlerin schon mal am Rande des Existenzminimums gelebt hat. Sie ist bei dem Thema sehr pragmatisch. Brauchen wir wirklich zehn Hosen im Schrank? Oder reichen drei?" - das hat Folkerts inspiriert: "Reduktion ist für mich das Zauberwort. Nicht dauernd noch mehr wollen: Noch mehr Geld, noch mehr Prestige, noch mehr Ruhm." Für das Geld, das durch die sparsamere Lebensweise 'übrig' bleibt, sieht die Darstellerin zwei Alternativen vor: "Ich spare oder kann davon nach London oder Barcelona fliegen. Reisen macht mich glücklich." Im Ausland genießt Folkerts auch, dass sie keiner kennt. "Da kann ich ruhig mal heulen oder am Strand Purzelbäume schlagen. Einfach durch meinen Alltag schlappen", so die Wahlberlinerin.

In Deutschland ist die erfolgreiche Schauspielerin stets im Rampenlicht - ob am Set oder auf der Straße. Seit 25 Jahren ist sie Lena Odenthal im "Tatort". "Ich brauche immer wieder einen Schutzraum, wo ich auch mal anders sein kann. Wo ich nicht permanent mit Handykameras beobachtet werde, um dann auf irgendwelchen Facebook-Seiten zu erscheinen". Doch nicht nur um ihr Privatleben zu schützen, lehnt Folkerts es heute ab, Sprachrohr für homosexuelle Frauen zu sein. "Ich mache es auch nicht mehr, weil es mir beruflich nicht guttut", weiß die Schauspielerin, die froh ist - anders als viele Kollegen - ihre Sexualität nicht heimlich leben zu müssen. Aber sie kennt die Risiken hinsichtlich beruflicher Angebote. "Möglicherweise hat ein konservativer Banker, der homosexuell ist, tatsächlich weniger zu befürchten. Der muss ja nicht vor einer Kamera stehen und Illusionen verkaufen", sagt Ulrike Folkerts. Ihr großes Vorbild im Umgang mit Homosexualität: Jodie Foster.

Kontakt:

Simone Lönker
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