Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA

Kulturbotschaft 2016-2019 - Parlamentarier und Fachleute gemeinsam: Zeitgenössische Baukultur verankern

Zürich (ots) - Am heutigen Sessionsanlass des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) in Bern forderte Stefan Cadosch, Präsident des SIA, dass der Bund rasch das Konzept und die Finanzen definiert, um zeitgenössische Architektur und Baukultur in der Kulturbotschaft 2016-2019 zu verankern.

Im Beisein von Parlamentariern und Fachleuten betonte SIA-Präsident Stefan Cadosch: «In dem der Bund die zeitgenössische Baukultur in seiner Kulturpolitik bisher marginalisiert, entzieht er der Diskussion über den gestalteten Lebensraum, der nachhaltigen Raumnutzung und den damit verknüpften Herausforderungen die wertvollsten Fundamente.» Roger Diener, international renommierter Architekt und Professor an der ETH Zürich, ergänzte: «Wir müssen die europäische Stadt in ihrer Vielfalt und in ihrer Kontinuität weiterentwickeln. Dafür braucht es ein grundlegendes Verständnis für zeitgenössische Baukultur in der breiten Bevölkerung.»

Hängige Postulate

Im Nationalrat ist ein Postulat hängig (11.3863), das vom Bundesrat ein Förderkonzept für die zeitgenössische Baukultur fordert. Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung, und Kultur (WBK-N) fordert ferner in einem Kommissionspostulat (12.3658), der Bundesrat solle die Förderung und Fördermittel des Bundes für die Kulturbotschaft 2016-2019 genau definieren. Des Weiteren erwartet die WBK-N vom Bundesrat, er möge «eine Gesamtstrategie zur Baukultur unter Einbeziehung der Akteure der Baukultur» festlegen, unter klarer Nennung der zur Vermittlung zeitgenössischer Baukultur nötigen finanziellen Mittel. Claudia Schwalfenberg, Projektleiterin Runder Tisch Baukultur Schweiz, kommentierte: «Erst wenn die vom Nationalrat und seiner Kulturkommission geforderten Grundlagen geschaffen sind, kann die zeitgenössische Baukultur als wesentlicher Bestandteil der Schweizer Kultur auch Teil der lebendigen Kulturpolitik des Bundes werden.»

SIA fordert Korrekturen

Nach Ansicht des SIA ist es Aufgabe von Parlament und Behörden, im Rahmen der Definition der Kulturbotschaft 2016-2019 entsprechende Korrekturen vorzunehmen. Die aktuelle Baukultur ist der Pflege des baukulturellen Erbes - dem Heimatschutz und der Denkmalpflege - gleichzustellen. Inhaltlich und finanziell ist der Rahmen im Vierjahres-Programm so auszugestalten, dass er ein modernes Verständnis aktueller Baukultur befördert und widerspiegelt. Die Schaffung eines spezifischen Preises für zeitgenössische Baukultur, die finanzielle Unterstützung des Schweizerischen Architekturmuseum (S AM) oder die Unterstützung von Spacespot, dem Verein zur Sensibilisierung für den gestalteten Lebensraum, sind mögliche Elemente und erste Schritte.

Gemeinsam mit anderen Akteuren der Baukultur engagiert sich der SIA für die Integration des aktuellen Baukulturschaffens in die nationale Kulturpolitik und für die landesweite Vermittlung von Baukultur (s. angefügtes Dokument «Baukultur. Eine kulturpolitische Herausforderung»).

Kontakt:

Thomas Müller
Leiter Kommunikation SIA
SIA Generalsekretariat
Selnaustrasse 16
8027 Zürich
Tel.: +41/44/283'15'93
E-Mail: thomas.mueller@sia.ch

Claudia Schwalfenberg
Projektleitung Runder Tisch Baukultur Schweiz
SIA Generalsekretariat
Selnaustrasse 16
8027 Zürich
Tel.: +41/44/283'15'94
E-Mail: claudia.schwalfenberg@sia.ch



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