Goethe-Institut

Die Preisträger der Goethe-Medaille 2011: David Cornwell alias John le Carré, Adam Michnik und Ariane Mnouchkine

München (ots) - Das Goethe-Institut verleiht am 28. August 2011 in Weimar zum 57. Mal die Goethe-Medaille. Damit ehrt es Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache sowie den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, übergibt den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland im Weimarer Residenzschloss in diesem Jahr an drei bedeutende Europäer: den britischen Schriftsteller David Cornwell alias John le Carré, den polnischen Publizisten Adam Michnik sowie die Grande Dame des französischen Theaters Ariane Mnouchkine.

Das Goethe-Institut nimmt seinen diesjährigen 60. Geburtstag zum Anlass, um der Verleihung der Goethe-Medaille 2011 einen besonderen Akzent zu verleihen. Es verknüpft die Auszeichnung mit seinen eigenen europäischen Wurzeln und setzt damit ein Zeichen für die Bedeutung Europas in der eigenen Arbeit. Europa ist die Basis des Goethe-Instituts. Daher ehrt es in diesem Jahr drei herausragende Persönlichkeiten der europäischen Öffentlichkeit, die mit ihrem Leben und Werk zur Entwicklung eines zusammenwachsenden, friedlichen und kreativen Europas beigetragen haben.

Der britische Schriftsteller David Cornwell alias John le Carré wird für sein Lebenswerk mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Entstanden ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, spiegeln le Carrés Arbeiten die politischen Konfliktlinien von der Zeit des Kalten Krieges bis heute wider. Der Meister des politischen und psychologischen Kriminalromans hat in seinen millionenfach verkauften Spionagethrillern die schwierige Rolle Deutschlands zur Zeit des Kalten Krieges literarisch verdichtet. Millionen Lesern verdeutlicht er auf eindringliche Weise die globalen Spannungsfelder. Sprachenlernen als Schlüssel für das Verständnis fremder Kulturen - das ist stets die Überzeugung le Carrés gewesen. In seiner Liebe zur deutschen Sprache, zuletzt in seiner Rede "Engländer, keine Angst vor den Deutschen!", hat der prominenteste deutschsprechende Schriftsteller Großbritanniens dafür ein beeindruckendes Beispiel gegeben.

Adam Michnik ist einer der herausragenden polnischen Intellektuellen. Sein Lebenswerk ist verwoben mit dem Ende des Ostblocks und dem Beginn Osteuropas - als Leitfigur der Dissidenz während des kommunistischen Regimes, als Bürgerrechtler und Vordenker eines freien, demokratischen Staates sowie als Herausgeber der landesweit größten Zeitung "Gazeta Wyborcza". Mit seiner Stimme hat er sich für Freiheit und Versöhnung über die Grenzen Polens hinaus eingesetzt. Michniks Leben ist vom Wissen um den Wert der Freiheit geprägt. Gleichzeitig war der Ausgleich mit dem Nachbarn immer die Rückseite seiner politischen Philosophie. Er war eine der wichtigsten Stimmen, die für den EU-Beitritt seines Landes warben - innerhalb und außerhalb Polens. Als Mittler hat er sich für Kontinuität zwischen Polen und seinen Nachbarn in West und Ost eingesetzt. Insbesondere die Verbindung nach Deutschland hat er noch vor 1989 nicht abreißen lassen und immer wieder eine Brücke zwischen den beiden Staaten gespannt. Das Goethe-Institut verleiht Adam Michnik für seinen herausragenden Beitrag, den er zum Dialog zwischen Ost- und Westeuropa geleistet hat, die Goethe-Medaille.

Ariane Mnouchkine ist eine Ikone des europäischen Theaters. Vor über 40 Jahren hat sie das "Théâtre du Soleil", dessen Direktorin und Regisseurin sie ist, ins Leben gerufen. In seiner alternativen Theaterpraxis ist es bis heute einzigartig. Ihre Inszenierungen erzählen vom Mit- und Gegeneinander der Kulturen. In ihren Reisen um die ganze Welt ist sie zur Mittlerin zwischen Völkern, Religionen und Kulturen geworden. Unermüdlich hat sie sich für politisch verfolgte Künstler sowie für Migranten, Flüchtlinge und Asylanten an den europäischen Rändern eingesetzt. Mit einem russischen Vater, einer englischen Mutter und ihrer Kindheit in Frankreich wurde ihr die Idee Europas schon in die Wiege gelegt. Intensiv begegnete sie der deutschen Kultur - mit Gorkis "Die Kleinbürger" begann die Arbeit des "Théâtre du Soleil", mit der Bühnenadaption von Klaus Manns "Mephisto" debütierte Mnouchkine als Theaterautorin. Mit zahlreichen Inszenierungen war sie immer wieder zu Gast beim europäischen Nachbarn. Für ihre künstlerischen wie politischen Verdienste, die den Idealen der europäischen Aufklärung und der Toleranz verpflichtet sind, wird Ariane Mnouchkine mit der Goethe-Medaille geehrt.

Gemeinsam mit "pèlerinages" Kunstfest Weimar veranstaltet das Goethe-Institut am Tag vor der Verleihung eine Matinee mit den drei Preisträgern. Am Samstag, dem 27. August 2011, diskutieren David Cornwell alias John le Carré, Adam Michnik und Ariane Mnouchkine mit Christina von Braun, Kulturwissenschaftlerin und Vize-Präsidentin des Goethe-Instituts, über europäische Nachbarschaften und Grenzen.

Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Von 1992 bis 2008 wurde sie jährlich anlässlich des Todestags Goethes in Weimar verliehen. 2009 fand die Verleihung erstmals am 28. August, dem Geburtstag Goethes, statt.

Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 326 Persönlichkeiten aus 58 Ländern geehrt worden. Zu den Preisträgern gehören unter anderen Pierre Bourdieu, Jorge Semprún, Sir Ernst Gombrich, György Ligeti, Sir Karl Raimund Popper, Billy Wilder, Daniel Barenboim und der syrisch-libanesische Dichter Adonis.

Die Verleihung wird in enger Partnerschaft mit der Klassik Stiftung Weimar und der Stadt Weimar veranstaltet. Die Matinee mit den drei Preisträgern ist eine Kooperation mit "pèlerinages" Kunstfest Weimar.

Samstag, 27. August 2011

11 Uhr: Matinee mit den drei Preisträgern der Goethe-Medaille und der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun Seminargebäude der Weimarhalle, UNESCO-Platz 1 Titel: "Europa: Grenzen und Nachbarn"

Sonntag, 28. August 2011

11 Uhr: Festakt zur Verleihung der Goethe-Medaille im Residenzschloss Weimar, Burgplatz 4, 99423 Weimar

Bitte akkreditieren Sie sich bis spätestens 21. August 2011: http://www.goethe.de/prs/prm/a011/de6188254.htm

Hier finden Sie die Pressemappe zum Download: http://www.goethe.de/mmo/priv/7805040-STANDARD.pdf

Umfangreiche Informationen zur Goethe-Medaille finden Sie außerdem unter: www.goethe.de/goethe-medaille

Kontakt:

Christoph Mücher
Pressesprecher
Goethe-Institut Zentrale
Tel.: +49 89 159 21 249
muecher@goethe.de

Regina Peper
Projektbezogene PR
Tel.: +49 173 81 95 689
peper@goethe.de


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