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Schweizer KMU formieren sich für eine «Grüne Wirtschaft»

Bern (ots) - Die Grosskonzerne IKEA und Schneider Electric haben ihre Unterstützung der Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft bereits öffentlich bekannt gegeben. Jetzt äussern sich Vertreter der Schweizer KMU. Sie anerkennen die Innovationskraft der Schweiz und bezeichnen diese als ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil, den sie stärken wollen. Gleichzeitig betonen sie, dass sich die Innovation im Vergleich zu 1982 deutlich beschleunigt hat und wir uns gar nicht vorstellen können, was im Jahr 2050 alles möglich sein wird. Ihre Beispiele zeigen, dass bereits heute schon vieles möglich ist.

An einer Medienkonferenz in Bern haben Vertreter von Schweizer KMU die Bedeutung der Innovation als wichtigsten Rohstoff der Schweiz betont und darauf hingewiesen, dass die Schweiz eines der innovativsten Länder weltweit ist. Sie wollen diesen wichtigsten Wettbewerbsvorteil nicht nur erhalten, sondern - im Wissen um die grossen Veränderungen, die der Klimawandel und die Begrenztheit der Ressourcen mit sich bringen werden - noch weiter stärken. Die Initiative setze auf Innovation, Ressourcen schonendere Technologien und Kreislaufwirtschaft, so die Befürworter. Dabei gehe es weder um Verzicht, noch um Massnahmen bei den Konsumenten. Es gebe schon heute die nötigen technischen Lösungen für nachhaltiges Wirtschaften. Die Möglichkeiten in 34 Jahren könne man sich gar nicht vorstellen.

Markus Tonner, CEO von InnoRecycling, zeigte, dass wir nach heutigem Stand der Technik bald 90% des schweizweit produzierten Abfalls rohstofflich nutzen können und dass die Recyclingquote in 34 Jahren vielleicht bei weit über 90% liegen wird. Aus den stets wachsenden Müllbergen, so Tonner, könnten wir neu eigene Rohstoffquellen schaffen und die Schweiz insofern unabhängiger vom Ausland und von volatilen Märkten machen. Dazu brauche es bloss den Willen, existierende Technologie auch zu implementieren und deren Entwicklung voranzutreiben.

Tanja Rösner-Meisser, Unternehmensleiterin des Architekturbüros aardeplan, führte aus, dass nachhaltig erstellte Gebäude zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit führen und effizienter zu sanieren oder umzubauen sind. Zudem schaffe nachhaltiges Bauen eine Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften und damit Arbeitsplätze in der Schweiz, die nicht so einfach ausgelagert werden könnten.

Ansgar Igelbrink, Präsident Bauwerk Brand, erläuterte, wie seine Firma das «Cradle to Cradle®» Konzept umsetzt. Es sei keine leichte Aufgabe, dieses Konzept zu erfüllen, aber es zahle sich aus, denn erfreulicherweise forderten immer mehr Bauherren Produkte für den Innenausbau, die dem «Cradle to Cradle®» Konzept entsprechen. Die Innovation sitze in der Schweiz und könne nicht einfach ins Ausland verlagert werden.

Samuel Schweizer, Mitglied des Verwaltungsrats der Ernst Schweizer AG, Metallbau, zeigte auf, wie die verarbeitende Industrie den ökologischen Fussabdruck seit 1978 verringert hat und gab sich überzeugt, dass eine weitere massive Verringerung des Fussabdrucks möglich und nötig ist.

Gerhard Andrey, von der Liip AG, nannte den derzeitigen technologischen Fortschritt atemberaubend, eine Entschleunigung sei nicht in Sicht. Wer die Grüne Wirtschaft auf dem Stand der heutigen Technologie schlecht rede, wolle einfach keine Veränderung, sondern weiterhin die Kosten der Allgemeinheit abwälzen. Das sei weder liberal noch marktwirtschaftlich.

Jürg Grossen, CEO Elektroplan, ging darauf ein, wie einfach es bereits mit der heute verfügbaren Technik ist, sehr viel Energie in bestehenden Gebäuden und zudem im Mobilitätsbereich zu sparen und damit einen geringeren Fussabdruck hinzukriegen, ohne dabei auf Komfort, Lifestyle und Sicherheit verzichten zu müssen. Die Investitionen zahlten sich aus, weil weniger Technik und mehr Intelligenz eingesetzt werde und sich der Komfort damit klar verbessern liesse.

Flavio Ravani, CEO Swissrenova, verwies darauf, seine Firma baue heute Häuser so, dass sie kaum mehr Heizenergie brauchten. Das mache Sinn für die Umwelt und spare den Besitzern Geld. Das sei heute schon daily business und werde in Zukunft noch weiter zunehmen. Die Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft will, dass die Schweiz bis 2050 nachhaltig wirtschaftet. Der «ökologische Fussabdruck» der Schweiz soll - auf die Weltbevölkerung hochgerechnet - eine Erde nicht überschreiten. Auch die EU und andere Länder haben sich ein solches Ziel gesetzt.

Bundesrat und Parlament werden die Umsetzungsschritte definieren. Laut den Befürwortern ist das Ziel identisch mit den Verpflichtungen, die die Schweiz mit dem Pariser Abkommen eingegangen ist.

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