Schweizerische Allianz gegen den Hunger: Hunger ist nicht Schicksal: «Act-now!» - eine Aktion der Schweizerischen Allianz gegen den Hunger anlässlich des UNO-Welternährungstages am 16. Oktober 2011

Hunger ist nicht Schicksal: «Act-now!» - eine Aktion der Schweizerischen Allianz gegen den Hunger anlässlich des UNO-Welternährungstages am 16. Oktober 2011

   
   Bern (ots) - 

 

   Zwischen dem Überfluss an Nahrung bei uns und dem Hunger in Afrika
besteht ein direkter Zusammenhang. Zu diesem Schluss kommen 
Fachpersonen, die an Podiumsgesprächen in vier Schweizer Städten zum 
Thema Welternährung teilgenommen haben. Dabei kann jeder Bürger 
seinen Beitrag zu einer besseren Verteilung leisten.

   «Eine Schweizer Kuh ist nicht einfach eine Schweizer Kuh», betont 
Irene Fogwe, Vertreterin der Schweizerischen Allianz gegen den Hunger
am Podium in Basel. Sie wird unterstützt von Hans Niggli, Leiter des 
Forschungsinstituts für biologischen Landbau: «Warum sollen Kühe mit 
staatlichen Beiträgen unterstützt werden, welche mit Sojabohnen aus 
Entwicklungsländern gefüttert werden, statt mit Gras unserer Wiesen?»
Gemäss Niggli ist es wichtig, dass der Staat die Rahmenbedingungen 
setzt: Umweltfreundliche Landwirtschaft kann direkt gefördert werden,
wie dies die Schweiz seit 20 Jahren tut. Ergänzend kann eine 
Landwirtschaft mit negativen Effekten auf die Umwelt besteuert 
werden.

   Auch Schweinsöhrchen kommen im Vitznauerhof auf den Tisch

   Als jüngster Starkoch der Schweiz kann Pascal Schmutz seinen 
Gästen etwas Ungewöhnliches vorsetzen. «Auf der Alp haben wir früher 
die ganze Sau gegessen. Heute werden die minderwertigen Teile eines 
Tieres zu Tiefstpreisen abgeschoben.» Dabei kann der Koch auf seine 
Kreativität setzen. Dem Publikum rät er, regional einzukaufen und 
saisonal zu kochen. Für viele junge Leute sei Kochen wieder im Trend 
- dabei sollte man möglichst viele Nahrungsmittel in Rohform 
verwenden. Geprägt hat Schmutz sein Besuch in Südafrika, wo er an der
World Chefs Tour Against Hunger Geld gesammelt hat. «Wenn du dort ein
gut ernährtes Kind auf deinen Armen hast und sein Lachen spürst, 
motiviert dich das ungemein, deinen eigenen Beitrag zu einer faireren
Verteilung zu leisten.»

   Wenn mit dem Essen gespielt wird

   Der globale Markt der Nahrungsmittel wird zum sicheren Geschäft 
für die Investoren und zu einem weiteren Nachteil für die Ärmsten. 
Anleger wenden sich wegen schwächelnder Aktien dem Agrarmarkt zu. So 
waren die Maispreise im August 2011 80% höher als 1 Jahr zuvor und 
105% höher als vor 2 Jahren (FAO). Der Gewinn geht an die 
Zwischenhändler und nur zum kleinsten Teil an die Kleinbauern und 
Genossenschaften, in denen der Mais angebaut wurde. Bernhard Herold, 
Leiter Internationale Zusammenarbeit bei Max Havelaar, erzählt aber 
auch von Gegentrends: So informieren sich Kleinbauern in Südindien 
mit einem SMS-System, damit sie ihre Ware nicht unter dem Marktpreis 
verkaufen. «Wichtig ist eine Stärkung der Kleinproduzenten weltweit, 
damit die weitere Abwanderung in die Städte gestoppt werden kann.»

   Drei Dinge, die man im Alltag anpacken kann

   Nachgefragt, was der einzelne Konsument in dieser komplexen 
Thematik bewirken kann, sind sich die Fachpersonen einig:

   - Am Arbeitsplatz nachfragen, nach welchen Kriterien der Kaffee 
und das Essen in der Mensa eingekauft wird. Im beruflichen Bereich 
liegt noch viel mehr Potential als in privaten Haushalten.

   - Konsumenten können einen Beitrag leisten, indem sie ökologische 
und Fairtrade-Produkte konsumieren und ihren Fleischkonsum auf die 
Hälfte des aktuellen Durchschnitts (500g statt 1 kg pro Woche) 
reduzieren.

   - Grossverteiler können einen Beitrag leisten, indem sie 
Fairtrade-Produkte in ihrem Sortiment aktiv fördern. Sie können zudem
kohärenter sein, also etwa auf Aktionen verzichten, die den Konsum 
von nicht-nachhaltig produziertem Fleisch noch anheizen.

   Am Sonntag, 16. Oktober 2011, ist die Tour im Hauptbahnhof Bern 
präsent. Mit einer Bühne für junge Musiker wird das Projekt 
"Storytelling" abgeschlossen: Von 10 bis 17 Uhr werden Statements 
ausgestrahlt und jeder kann selbst vor die Kamera stehen. Die Filme 
werden zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und in Schulklassen 
verwendet.

   Die Schweizerische Allianz gegen den Hunger ist ein 
überkonfessioneller und überparteilicher Verein. Sie setzt sich aus 
Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Zivilgesellschaft, 
Bildungswesen, Politik, Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand 
zusammen.



Kontakt:
Präsidentin Wendy Peter
Mobile: +41/78/890'29'80
E-Mail: wendy.peter@allianz-hunger.ch

Medienkontakt Christoph Musy
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Internet:
- Schweizer Allianz: www.allianz-hunger.ch
- Interantionale Allianz: www.theaahm.org
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