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Ebola ist ein Indikator für Armut

Luzern (ots) - So verheerend eine Ansteckung mit Ebola ist - das Virus ist in erster Linie ein aussergewöhnlich deutliches Zeichen für Armut. Das Virus breitet sich dort aus, wo die Möglichkeiten zur Eindämmung strukturell fehlen. In Liberia beispielsweise gibt es 51 Ärzte für vier Millionen Menschen. Die Bevölkerung weiss wenig über Krankheiten, was die Soforthilfe bei der momentanen Epidemie zusätzlich erschwert.

Aktuelle aber auch zukünftige Epidemien bekämpfen

Die beispiellose HIV-Epidemie der letzten Jahrzehnte mit insgesamt 36 Millionen Opfern zeigt, wie gefährlich sich eine Krankheit in einem strukturschwachen System entwickeln kann. Hätte die internationale Gemeinschaft früher und entschiedener reagiert, wäre es nicht zu einer derart massiven Ausbreitung von HIV gekommen. Jetzt ist eine sehr aufwändige Aufholjagd notwendig, um die Auswirkungen einzuschränken. Um die aktuelle Episode von Ebola einzudämmen und eine weitere humanitäre Katastrophe im Ausmass von HIV/Aids zu verhindern braucht es nichts dringender als internationale Nothilfe. Wenn jetzt nicht massiv in die Bekämpfung von Ebola investiert wird, werden die Folgekosten um ein Vielfaches höher sein. Aber: Nothilfe ist nicht genug. Wenn die Gesundheitssysteme in zahlreichen afrikanischen Ländern nicht grundsätzlich gestärkt werden, wird Ebola oder eine andere Krankheit wieder kommen.

Das Beispiel Uganda zeigt, dass mit einem funktionierenden Gesundheitssystem Ausbrüche von Ebola rechtzeitig erkannt und bekämpft werden können. SolidarMed macht die gleiche Erfahrung mit anderen Infektionskrankheiten in ländlichen Projektregionen im östlichen und südlichen Afrika. Ein «gestärktes Gesundheitssystem» bedeutet: Notwendige Infrastruktur, verlässliche medizinische Ausrüstung, gut ausgebildetes Gesundheitspersonal, funktionierende Informationssysteme, Labor und Diagnostik, zuverlässige Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten. Durch HIV/Aids wurde viel Kompetenz im Umgang mit epidemischen Viruserkrankungen aufgebaut. Die Behandlung der tödlichen Erkrankung konnte vielerorts ins lokale medizinische Angebot integriert werden, mit positiven Auswirkungen auf die Kompetenz des Personals, Vertriebswege und die Sensibilisierung der Bevölkerung.

Epidemien nicht erst bei Ausbruch bekämpfen

Wie die aktuelle Situation in Westafrika zeigt, ist auch die Aufklärung der Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Die meisten tödlichen Infektionen können durch einfache Verhaltensänderungen vermieden werden. Die Erfahrung von SolidarMed in Community-Health-Programmen, bei denen die Dorfbevölkerung frühzeitig mit einbezogen wird, zeigt, dass auch Menschen in prekären Lebenssituationen dank gut akzeptiertem und verankertem Wissen gesünder bleiben.

Regionen von SolidarMed sind nicht betroffen

Die Projektregionen von SolidarMed sind glücklicherweise nicht von Ebola betroffen. Die Situation in den Ländern wird jedoch genau beobachtet. Sollte sich das Virus auf die Projektländer ausbreiten, wird SolidarMed den lokalen Behörden Unterstützung anbieten. SolidarMed hat hierfür einen Notfallkredit reserviert.

Kontakt:

Krankheiten in Afrika, Gesundheitssysteme:
Dr. med. Svend Capol, Präsident SolidarMed
svend.capol@hin.ch; +41 79 340 56 55

Projekte von SolidarMed:
Benjamin Gross, Öffentlichkeit und Medien
b.gross@solidarmed.ch; +41 41 310 66 60; +41 78 775 13 11



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