Travail.Suisse

Wem nützen die hohen Managerlöhne?

Bern (ots) - Der Nationalrat hat heute eine Motion (15.3100) von Jacques-André Maire abgelehnt, welche eine Steuertransparenz für hohe Managerlöhne forderte. Die Politik zeigt damit wenig Gehör für das Ärgernis der überhöhten Entschädigungen für Manager. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist dies eine verpasste Chance, die Diskussion der Managerlöhne zu versachlichen und aufzuzeigen, dass die hohen Managerlöhne auch einen gesellschaftlichen Nutzen haben.

Mit dieser Motion hätte eine Öffentlichkeit über das Steuerregister der direkten Bundessteuer für die Manager mit sehr hohen Salären eingeführt werden sollen. Öffentliche Steuerregister auf kantonaler Ebene entsprachen über Jahre hinweg schweizerischer Tradition. Erst in den letzten Jahren wurde die Einsicht ins Steuerregister mehr und mehr beschränkt, resp. abgeschafft. "Eine Transparenz über die Steuerzahlungen der Topmanager, würde helfen, den Nutzen dieser Saläre - sprich die hohen Steuerzahlungen - für die Allgemeinheit aufzuzeigen", sagt Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse.

Abzockerproblem nach wie vor ungelöst

Die exorbitanten Löhne der Topmanager sind in der Schweiz seit längerem ein Thema, welches die Bevölkerung empört. Dies führt zu einer Entfremdung und Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Wirtschaft. Deutlich zeigt sich dies bei der Annahme der Abzocker- und Masseneinwanderungsinitiative sowie der Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III. Aus der Managerlohnstudie von Travail.Suisse wird deutlich, dass die Entwicklung der Managerlöhne auch in den letzten Jahren nicht gebremst wurde. Seit 2011 sind die Bezüge für zwei Drittel der CEO's und gar für drei Viertel der übrigen Konzernleitungsmitglieder gestiegen - und zwar durchschnittlich um 21% für die Chefs und um 15 % für den Rest der Konzernleitung. "Die angenommene Abzockerinitiative stellt kein wirksames Instrument gegen die horrenden Managerlöhne dar - zu zahlreich sind die Umgehungsmöglichkeiten und zu wenig zielführend die Vergütungsabstimmungen", sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. " Mit der heute abgelehnten Motion, macht die Politik deutlich, dass sie nicht wirklich gewillt ist, das Abzockerproblem in den Griff zu bekommen", so Fischer weiter.

Kontakt:

Jacques-André Maire, Vizepräsident Travail.Suisse, 078 709 48 50
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30
53



Weitere Meldungen: Travail.Suisse

Das könnte Sie auch interessieren: