Travail.Suisse

Travail.Suisse-Delegierte sagen Ja zu einer Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub

Bern (ots) - An ihrer heutigen Versammlung setzten die Delegierten von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ein klares Zeichen für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub: Sie stimmten der geplanten Lancierung der Volksinitiative "Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub - zum Nutzen der ganzen Familie" zu. Ausserdem verabschiedeten sie drei Resolutionen zu den Themen AHV-Reform, Flankierende Massnahmen und Integrationsvorlehre.

2015 hatten die Delegierten am alle vier Jahre stattfindenden Kongress Adrian Wüthrich zum Präsidenten von Travail.Suisse gewählt. An seiner ersten Delegiertenversammlung zog er kurz Bilanz über seine bisherige Amtszeit und stellte fest: "Die Sozialpartnerschaft wird durch die Arbeitgeber arg strapaziert. Die Null-Verhandlungen über die Weiterentwicklung der Flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit unter der Leitung des Bundes Anfang Jahr zeigen, wie stark die Arbeitgeberverbände zurzeit abwehren." Travail.Suisse wird sich auf politischer Ebene weiterhin auf allen Fronten für die Arbeitnehmenden einsetzen.

Erfreut nahmen die Delegierten zur Kenntnis, dass die Mitgliederzahl der elf Mitgliedsverbände leicht gestiegen ist. Sie wählten zudem Robert Métrailler, Geschäftsleitungsmitglied und Branchenleiter Kommunikation des Personalverbands transfair, zum Vizepräsidenten von Travail.Suisse. Er ersetzt in dieser Funktion Meinrado Robbiani, Co-Präsident OSCT und alt Nationalrat, der Mitte Jahr pensioniert wird. Zweiter Vizepräsident bleibt Nationalrat Jacques-André Maire.

Zustimmung für die Lancierung der Vaterschaftsurlaubs-Initiative

Nachdem die Bemühungen, auf parlamentarischen Weg einen Vaterschaftsurlaub einzuführen, diese Woche gescheitert sind, kann das Anliegen nur mit einer Volksinitiative wieder aufs politische Parkett gebracht werden. Der Vorstand von Travail.Suisse hatte bereits im Dezember die Vorbereitung einer Volksinitiative in Auftrag gegeben. Die Delegiertenversammlung hat nun heute entschieden, dass Travail.Suisse in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen die Eidgenössische Volksinitiative "Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub - zum Nutzen der ganzen Familie" lancieren soll. Die Lancierung ist für Ende Mai geplant. Zu diesem Zeitpunkt wird auch eine Medienkonferenz stattfinden, an der über die Einzelheiten informiert wird.

Drei Resolutionen verabschiedet

Travail.Suisse fordert mit der Resolution "Ein "Baby-Boomer-Prozent" für die Lebensqualität" ein zusätzliches Mehrwertsteuerprozent für die AHV als verbindlichen Teil der Altersreform. Dieses soll die finanzielle Belastung durch die in Rente gehenden geburtenstarken Jahrgänge ausgleichen. Die Erhebung des zusätzlichen Mehrwertsteuerprozents soll unmittelbar nach Verabschiedung der Altersreform (voraussichtlich 2018) in Kraft treten. Eine Anhebung der Mehrwertsteuer ist ein Opfer, welches für eine sichere AHV zu bringen ist.

Die zweite Resolution "Die Integration von Flüchtlingen bedingt einen stärkeren politischen Wille" bekräftigt die Notwendigkeit des bundesrätlichen Pilotprojekts, das eine frühzeitige Sprachförderung sowie eine Integrationsvorlehre beinhaltet, die als Sprungbrett für eine Berufsbildung oder direkt für den Zugang zum Arbeitsmarkt dienen sollen. Es gibt aber auch gewisse Hindernisse, die im Rahmen der Umsetzung zu beachten sind. Travail.Suisse verlangt von den politischen Behörden und von den Projektpartnern, dass der Kommunikationsstrategie ein besonderes Augenmerk geschenkt wird.

Mit der dritten Resolution "Mehr Schutz auf dem Arbeitsmarkt" bekräftigt Travail.Suisse den Standpunkt, dass die Bevölkerung nur weiterhin vom bilateralen Weg mit der Europäischen Union überzeugt werden kann, wenn der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen sichergestellt wird. Ausserdem muss die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt verbessert, der Verbleib von älteren Arbeitnehmenden im Arbeitsmarkt gesichert und die Arbeitsmarktpartizipation der Frauen über eine Vereinfachung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhöht werden.

Kontakt:

Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93



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