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Eidg. Abstimmung - Mehr Ferien für eine gesündere Arbeitswelt

Bern (ots) - In der Arbeitswelt haben Hektik und Stress in den letzten 20 Jahren massiv zugenommen. Die Grenzen der Belastung sind erreicht oder bereits überschritten. Ein besserer Ausgleich zwischen Arbeit und Erholung tut deshalb not. Zusätzliche Ferien tragen zu diesem Ausgleich bei. Ein nationales Komitee, in dem sich zahlreiche Bundesparlamentarierinnen und - parlamentarier sowie Parteien und Arbeitnehmerverbände zusammengeschlossen haben, unterstützt deshalb die Initiative"6 Wochen Ferien für alle", die am 11. März 2012 zur Abstimmung kommt. Mit einer Medienkonferenz startete es heute in Bern seine Abstimmungskampagne.

Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel wies im Rahmen dieser Medienkonferenz auf das zentrale Thema der Initiative "6 Wochen Ferien für alle" hin, nämlich den gesunden und fairen Umgang mit den Menschen in unserer Arbeitswelt. Ein Erwerbsleben daure in der Schweiz vom Einstieg bis zur Pensionierung 40 bis 50 Jahre, sei also kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer einen Marathon überstehen und gesund ins Ziel kommen wolle, müsse haushälterisch umgehen mit seinen Kräften. Martin Flügel: "Genau darum geht es: um den haushälterischen, sprich ökonomischen Einsatz der Kräfte".

Für den Präsidenten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Ständerat Paul Rechsteiner, ist klar, dass gute Arbeitsbedingungen nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Voraussetzung hoher Produktivität sind: "Nachdem sich bei den Arbeitszeiten zu lange zugunsten der Arbeitnehmenden nichts mehr Positives verändert hat, ist jetzt wieder ein grösserer Fortschritt fällig".

Nationalrat Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen, erinnerte daran, dass das Parlament nicht zu der kleinsten Verbesserung in Sachen Ferien bereit war: "Wir mussten feststellen, dass die Mehrheit der Parlamentarierinnen und Parlamentarier eine diesbezügliche Diskussion schlicht verweigert". Es sei darum richtig, dass jetzt das Volk entscheiden kann.

Die Produktivität der Arbeitnehmenden ist in den letzten 25 Jahren um 21,5 Prozent gestiegen, während die Reallöhne im gleichen Zeitraum lediglich um 4,3 Prozent zugenommen haben. "Es ist an der Zeit, dass auch die Arbeitnehmenden von den Produktivitätsgewinnen profitieren, die sie geschaffen haben!", unterstrich Nationalrätin Josiane Aubert (SP/VD).

"Die Arbeitnehmenden in der Schweiz sind zuverlässig, erbringen eine gute Leistung und zeichnen sich durch grosse Flexibilität und Einsatzbereitschaft auf", betonte auch Kurt Regotz, Präsident der Gewerkschaft Syna. Jeden Tag müssten sie Bestleitungen erbringen.

Jean-Marc Widmer, Vizepräsident des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB, wies auf die Situation der Polizistinnen und Polizisten hin, die jedes Jahr schweizweit über eine Million Überstunden leisten, die in den wenigsten Fällen kompensiert werden können: "Und dabei ist die Erholung ein wichtiger Puzzlestein, um in Stresssituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen".

Mehr Ferien sind eine wirksame, gezielte und moderne Antwort auf die hohen Belastungen in der Arbeitswelt von heute und morgen.

Kontakt:

Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse, Tel. 079/743'90'05
Paul Rechsteiner, Ständerat, Präsident SGB, Tel. 079/277'61'31
Josiane Aubert, Nationalrätin SP/VD, Tel. 079/635'98'20
Ueli Leuenberger, Nationalrat Grüne/GE, Präsident Grüne, Tel. 079/
254'16'59
Kurt Regotz, Präsident Syna, Tel. 079/617'62'94
Jean-Marc Widmer, Vizepräsident VSPB, Tel. 079 941 49 38
www.sechswochenferien.ch



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