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Suizidprävention über Facebook: Pro Juventute befürwortet Massnahmen zur Enttabuisierung - Fachlich kompetente Beratung gefordert

Zürich (ots) - Facebook hat in den USA und Kanada eine Funktion eingeführt, die der Suizidprävention dienen soll. Nutzer können auf Nachrichten von Freunden reagieren, die auf Suizidgedanken hinweisen. In der Schweiz stellt sich nun die Frage, ob eine solche Funktion hierzulande ebenfalls eingeführt werden soll. Für Pro Juventute ist jede Massnahme positiv zu werten, die dazu beiträgt, das Problem des Jugendsuizids zu enttabuisieren. Gleichzeitig macht die Stiftung darauf aufmerksam, dass Facebook damit eine grosse Verantwortung auf sich nimmt. Kinder müssen auch wirklich fachkompetente Hilfe erhalten.

In Nordamerika können Facebook-User Emails mit einer Hotline und einem Link zu einem Chat mit einem Berater verschicken. Pro Juventute begrüsst, dass Facebook sich dem Thema Suizid und Jugendsuizid annimmt. Sollte eine solche Funktion auch in der Schweiz eingeführt werden, muss sie für Pro Juventute aber fachlich gut abgestützt sein. «Facebook muss sich bewusst sein, dass Jugendliche diese Möglichkeit auch nutzen», sagt Urs Kiener, Leiter Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 und Kinder- und Jugendpsychologe. «Bei den Beratungsangeboten müssen daher Fachleute zur Verfügung stehen, die bei Anfragen richtig reagieren können.»

Pro Juventute führt aktuell die erste landesweite Kampagne zur Prävention von Jugendsuizid in der Schweiz durch. Das Ziel: Mehr öffentliches Bewusstsein schaffen und Kindern und Jugendlichen die Notrufnummer 147 aufzeigen, damit suizidgefährdete junge Menschen wissen, wo sie Hilfe erhalten. Bei der Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 ruft jeden Tag mindestens ein Mädchen oder Bub an, weil er oder sie sich umbringen will. Eine Spende von 15 Franken finanziert ein Gespräch.

Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Kampagne auch im nächsten Jahr fortführen zu können und setzt sich für breite Initiativen von verschiedenen Organisationen zur Jugendsuizidprävention ein. Für Pro Juventute sind auch die Bevölkerung und Unternehmen in der Pflicht. «Die Schweiz hat ein System, in dem gesamtgesellschaftliche Aufgaben nicht nur vom Staat, sondern von der Zivilbevölkerung übernommen werden», sagt Stiftungsdirektor Stephan Oetiker. «Das Ziel, die Todesursache Suizid bei unseren Kindern und Jugendlichen zu verringern, geht uns alle etwas an.»

Präventive Interventionen und niederschwellige Anlaufstellen wie die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 können Suizide bei Jugendlichen oft verhindern. Denn: Die meisten Jugendlichen mit Suizidabsichten wollen nicht sterben. Vielmehr wollen sie nicht mehr so weiterleben wie bisher. «Bei Suizidabsichten konzentrieren sich alle Gedanken auf ein einziges Problem. Man ist unfähig an irgendetwas anderes zu denken. Das ist vergleichbar mit einem Unfall», sagt Kinder- und Jugendpsychologe Urs Kiener. «Wenn wir uns in den Finger schneiden, existiert die Welt um uns herum nicht mehr, solange bis die Wunde versorgt ist und die Schmerzen nachlassen. Um Suizidgedanken überwinden zu können, muss zuerst die seelische Wunde versorgt werden. Dabei können Fachleute helfen.»

Informationen zur Kampagne:

www.projuventute.ch/stoppjugendsuizide147

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Kontakt:

Pro Juventute
Stephan Oetiker, Direktor
Thurgauerstrasse 39
8050 Zürich
Tel.: +41/44/256'77'77

Pro Juventute
Marianne Affolter
Leiterin Kommunikation
Thurgauerstrasse 39
8050 Zürich
Tel.: +41/44/256'77'74
Mobile: +41/79/659'67'33
E-Mail: marianne.affolter@projuventute.ch



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