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Media Service: US-Botschafter Beyer im SonntagsBlick: «Wegelin-Chefs sind für Debakel verantwortlich»

Zürich (ots) - Für Donald Beyer (61), US-Botschafter in Bern, sind die Wegelin-Chefs selber für das Debakel der Bank verantwortlich. Sie hätte wissen müssen, dass es illegal ist, Kunden der UBS zu übernehmen, sagt der Botschafter im Exklusiv-Interview mit SonntagsBlick «Das Management musste sich doch über das Risiko im Klaren gewesen sein. Es hätte wissen sollen, dass dies illegale Aktivitäten sind und dass die US-Steuerbehörde darauf reagieren würde.» Den Notverkauf der Traditionsbank versteht der Diplomat nicht: «Auch die angedrohte Strafe der US-Steuerbehörden hätte Wegelin nicht in Bedrängnis bringen können.»

Die Unzufriedenheit der Schweiz über das harte Vorgehen der USA im Steuerstreit kann Beyer jedoch verstehen. «Alle Menschen haben einen natürlichen Abwehrreflex, wenn man ihnen zu nahe tritt. In kleinen Ländern wie der Schweiz ist dieser Abwehrreflex stärker.»

Beyer spricht von einer «Spannung» in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Diese Spannung würde jedoch vor allem von einem grossen Missverständnis rühren: «Die Schweizer sehen das Vorgehen der USA als Angriff auf Schweizer Banken. Die Sichtweise der USA ist eine ganz andere. Wir wollen, dass alle US-amerikanischen Bürger ihre Steuern bezahlen. Nun ist es halt so, dass diverse US-Steuerbetrüger ihr Geld auf Schweizer Banken deponierten», sagt Beyer zum SonntagsBlick. Und weiter: «98 Prozent der Amerikaner bezahlen ihre Steuern rechtzeitig. Sie lügen und betrügen nicht. Aber sie ärgern sich über die wenigen, die ihr Geld verstecken und Steuern umgehen.»

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