University Duisburg-Essen

Experten fordern europaweite Aufklärungsinitiative zum Thema Migräne

    Essen, Deutschland, March 8, 2010 (ots/PRNewswire) - Die Betreuung von Migräne-Patienten in Europa hinkt der bisherigen Zielsetzung hinterher, die bei der Migräne-Konferenz "Heads Up" im Dezember zusammen mit zwanzig Neurologen und Allgemeinmedizinern aus 10 europäischen Ländern sowie aus Kanada vereinbart wurde.

    Verbesserungen bei der Migräne-Behandlung müssen durch eine engere Zusammenarbeit zwischen den Angehörigen der Gesundheitsberufe umgesetzt werden. Trotz Fortschritten bei der Medikation im Verlauf des letzten Jahrzehnts haben Migräne-Patienten nach wie vor mit Schwierigkeiten in puncto Behandlungsfehler, Unzufriedenheit mit der Behandlung, Therapie-Befolgung, Medikamentenübergebrauch und -untergebrauch zu kämpfen.

    Die Initiative "Heads Up" folgt auf die Erklärung von Rom aus dem Jahre 2005 zum Thema Migräne und wird von Professor Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen in Deutschland geleitet. Der Publikation der Erklärung von Rom zufolge sollten mehr Patienten als bislang eine fachärztliche Behandlung erhalten. Zudem soll darauf abgezielt werden, den Anteil der von Allgemeinmedizinern behandelten Migräne-Patienten innerhalb von fünf Jahren von 30 auf 50 % zu erhöhen.

    "Wir können bereits jetzt absehen, dass dieses Ziel trotz einiger Verbesserungen noch nicht erreicht ist", so Professor Diener. "Daher war ich erfreut, den Vorsitz der Konferenz im Dezember übernehmen zu dürfen, um mit Allgemeinmedizinern und Neurologen gemeinsam zu beraten, wie sich die Schwerpunktsetzung zur Erzielung rascher Verbesserungen bei der Therapie von Migräne-Patienten in ganz Europa erzielen lässt. Auf unserer Konferenz konnte in fünf wichtigen Bereichen ein Konsens erlangt werden. Die Konferenzteilnehmer werden sich künftig dieser festgelegten Bereiche in ihrem jeweiligen Herkunftsland annehmen."

    1. Im Idealfall erfolgt die Kopfschmerzbehandlung multidisziplinär.

    Wenn eine Finanzierung hierfür nicht möglich ist, können virtuelle Kopfschmerz-Kliniken und Hausarztmodelle sowie mit Pflegepersonal besetzte Callcenter für eine effiziente Aufteilung der Patienten eine sinnvolle Alternative darstellen.

    2. Die Ausbildung der Mitarbeiter in Gesundheitsberufen bleibt eine entscheidende Priorität: Das multidisziplinäre Kopfschmerz-Team sollte aus einschlägig geschulten Mitgliedern mit einem breitgefächerten Kompetenzen-Mix bestehen. Professionelle Schulungsleiter, die nicht traditionellerweise im Bereich der Kopfschmerzbehandlung tätig sind, wie z. B. Krankenpfleger und Apotheker, sollten dabei Teil des Teams zur Patientenbetreuung sein. Dies ermöglicht eine effizientere Nutzung des Fachwissens von Fachärzten. Empfehlenswert ist zudem die Bereitstellung von Kopfschmerz-Pflegepersonal in Hausarztpraxen.

    3. Die Patienten-Aufklärung muss einfacher zugänglich sein: Patienten müssen genau nachvollziehen können, dass Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen und welche Konsequenzen damit einhergehen, um so noch besser in ihre Eigenbehandlung eingebunden zu sein.

    4. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist bei der Betreuung von Migräne-Patienten ganz besonders wichtig. Neue Verfahren zur Verbesserung der Kommunikationstechniken wie motivierende Gesprächsführung können Ärzten dabei helfen, ihre Patienten noch effizienter zu behandeln. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Therapieplan auch befolgt wird und dass die Patienten ihre Erkrankung besser selbst in die Hand nehmen können.

    5. Die Kommunikation zwischen Ärzten: Die Verbesserung der Kommunikation zwischen Allgemeinmedizinern und Neurologen, und natürlich auch zwischen allen Mitgliedern eines multidisziplinären Teams, dürfte nicht nur einer besseren Patientenbetreuung zugutekommen.

    "Dank der Erzielung eines klaren Konsens auf der Migräne-Konferenz "Heads Up" in unseren wichtigen Schwerpunktbereichen sind wir hochmotiviert, nun die speziellen Aktivitäten in unseren jeweiligen Ursprungsländern anzugehen, um in Sachen Patientengesundheit wirklich und rasch etwas bewegen zu können. Wir beabsichtigen, unsere Fortschritte in den kommenden 12 Monaten zu prüfen und in einen Bericht einfliessen zu lassen", resümiert Professor Diener.

    Referenzen:  

    1. Erklärung von Rom zum Thema Migräne - 2005  

    Die Initiative "Heads Up" zum Thema Migräne wurde mit einem uneingeschränkten Bildungszuschuss von der MSD GmbH gefördert.

      Sitzungsteilnehmer
      Kanada
      Dr. S. McKenzie                      Dr. L. Vieira
      Ontario                                  Quebec
      Dänemark
      Dr. J. Møller Hansen              Dr. S Garne
      Glostrup                                 Birkerod
      Frankreich
      Dr. R. Elfassi                        Dr. J. Ruimy
      Paris                                      Paris
      Deutschland
      Dr. A. Gendolla                      Dr. C. Gaul
      Essen                                      Essen
      Italien
      Dr. D. Grimaldi                      Dr. F. Brighina
      Bologna                                  Palermo
      Niederlande
      Dr. JSP van den Berg              Dr. H. Sandelowsky
      Zwolle                                    Eemnes
      Norwegen
      Dr. M. Drottning-Rønne          Dr A Sigersvold
      Oslo                                        Rasta
      Spanien
      Dr. V. Baos                            Dr. E Arrieta Antón
      Madrid                                    Segovia
      Schweiz
      Dr. W. Rudolph
      Kirchberg
      Grossbritannien
      Dr. M. Fontebasso                  Dr. D Pascoe-Watson
      York                                        Cheltenham
      European Headache Alliance (EHA)
      Fr. Audrey Craven
      Dublin
      Hinweis an die Redaktion
      Sitzungsvorstand
      Professor Hans-Christoph Diener
      Vorsitzender & Professor für Neurologie
      Abteilung für Neurologie und Kopfschmerz-Zentrum
      Universitätsklinikum Essen
      Universität Duisburg-Essen
      Hufelandstr. 55
      45147 Essen
      Deutschland

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