Schweizer Tierschutz STS

AP 2014-17: Skandalöser Vorschlag des Bundesrates
Stellungnahme Schweizer Tierschutz STS zu Ausführungsbestimmungen Agrarpolitik 2014-17

Basel (ots) - In der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-17 hatte der Bundesrat beim Tierwohl noch Handlungsbedarf festgestellt. Wie sich jetzt zeigt, war dies nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Geht es nach der Landesregierung, wird die Förderung der artgerechten Tierhaltung auch in Zukunft nur stiefmütterlich erfolgen. Lediglich für den Auslauf von Kälbern und einigen Rinderkategorien soll es inskünftig etwas höhere Beiträge geben. Geflügel, Schweine, Ziegen und andere gehen leer aus. Damit bleiben weiterhin Millionen Nutztiere lebenslänglich ohne tierfreundliche Stallungen und ohne Auslauf ins Freie. Dies obwohl jährlich rund 3 Milliarden Franken Steuergelder als Direktzahlungen in die Landwirtschaft fliessen. Der Schweizer Tierschutz STS fordert, dass alle Beiträge zur Förderung des Tierwohles substantiell erhöht werden.

Skandalöserweise will der Bundesrat in Zukunft Masthühner-Anlagen von fast 30'000 Tieren zulassen. Mit dieser EUisierung der Hühnermast leistet er Bauern und Tieren einen Bärendienst. Denn diese Grössenordnung lässt eine korrekte Auslauf- und Freilandhaltung von Geflügel nicht mehr zu und rückt die heute eher noch bäuerlich geprägte Geflügelmast der Schweiz in die Nähe der ausländischen Tierfabriken. Der STS wehrt sich entschieden gegen solche Massentierhaltung, die dann noch vom Steuerzahler unterstützt werden soll.

Im weiteren lehnt der STS auch die vom Bundesrat vorgeschlagenen Anpassungen bezüglich der Kriterien, die zum Bezug von Direktzahlungen berechtigen ab. Geht es nach der Landesregierung werden die Hürden nämlich derart erhöht, dass voraussichtlich mehrere tausend Kleinbetriebe mit artgerechter, naturnaher Bewirtschaft inskünftig keine Direktzahlungen mehr erhalten werden. Das so eingesparte Geld soll dafür Grossbetrieben zukommen, welche schon heute Direktzahlungen von 100'000 Franken und mehr erhalten.

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