Johann Jacobs Museum

Neueröffnung des Johann Jacobs Museums in Zürich (BILD)

"Hände eines Minenarbeiters in Obuasi (Ghana), der Quecksilber zum Goldschlamm mischt, um das Gold zu fällen", 2009 (courtesy George Osodi und Johann Jacobs Museum) / Weiterer Text ueber ots und auf http://www.presseportal.ch. Die Verwendung dieses Bildes ist fuer redaktionelle Zwecke honorarfrei.... mehr

Zürich (ots) - Am 7. September 2013 wird das Johann Jacobs Museum in Zürich unter der Direktion des ehemaligen documenta-Leiters Roger M. Buergel neu eröffnet.

Der Gegenstandsbereich des Museums sind jene kulturellen Mischformen, die auf den Haupt- und Nebenwegen des globalen Handels entstehen. Zu diesen Mischformen können sublime Kunstwerke ebenso gehören wie alltägliche Gebrauchsgegenstände oder gesellschaftliche Praktiken (chinesisches Exportporzellan des 17. Jahrhunderts, auf dem holländische Windmühlen als Blumen interpretiert werden; westafrikanische Moscheen, deren Fassaden die Formensprache des portugiesischen Barock zieren; oder das Protestantentum, das im 19. Jahrhundert Schweizer Auswanderer nach Brasilien eingeführt haben).

All diese Mischformen weisen auf ungeschriebene Kapitel der transnationalen Kunstgeschichte ebenso hin wie auf Fragen der postkolonialen Geschichte, Soziologie und Anthropologie.

Mit der Architektin und Designerin Lina Bo Bardi (1914-1992) sowie der Tänzerin, Filmemacherin und Anthropologin Maya Deren (1917-1961) stehen zwei Schlüsselfiguren der westlichen Moderne im Vordergrund der ersten Aktivitäten.

Beide Frauen hatten ihre Heimatländer aus unterschiedlichen Gründen verlassen und die Schwelle zu einer Kultur überschritten, deren Regeln sie nicht kannten: Bo Bardi wanderte 1947 aus Italien nach Brasilien aus; Deren, in den USA aufgewachsen, tauchte auf Forschungsreisen nach Haiti ab 1947 in die Welt des Vodoun ein. Beide Frauen nutzten die radikale Fremdheitserfahrung, um den modernistischen Kanon zu transformieren und künstlerisches Neuland zu betreten.

Seinem mäandernden, zweideutigen Gegenstandsbereich gemäss folgt das Johann Jacobs Museum einer offenen Programmierung. Die Ausstellungen sind keine starren Konstellationen von Objekten, sondern dynamische, improvisierte Displays, die sich mit der Zeit verändern. Dabei werden Themenstränge angespielt und vertieft, vor allem aber werden die Gegenstände aus verschiedenen, künstlerischen wie wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet.

Kontakt:

Johann Jacons Museum
Seefeldquai 17
CH-8034 Zürich
T +41-44-388 61 90
office@johannjacobs.com
www.johannjacobs.com



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