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Pädagogische Hochschule Zürich

PH Zürich empfiehlt «Mundartinitiative» zur Ablehnung

Zürich (ots) - Am 15. Mai kommt die Volksinitiative «JA zu Mundart im Kindergarten» zur Abstimmung. Die Pädagogische Hochschule Zürich empfiehlt, die Vorlage abzulehnen. Die aktuelle Regelung über die Verwendung von Mundart und Hochdeutsch im Kindergarten kommt den Bedürfnissen der Kinder und den Zielsetzungen der Volksschule vollumfänglich nach.

Die heutige Regelung sieht vor, im Kindergarten zu je einem Drittel Mundart und Hochdeutsch zu sprechen. Im letzten Drittel können die Kindergärtnerinnen frei wählen, ob sie Mundart oder Hochdeutsch reden. Diese Regelung hat den Vorteil, dass die Kindergartenlehrpersonen in der Gestaltung des sprachlichen Alltags einen gewissen Spielraum haben. «Nur so ist eine optimale sprachliche Förderung der Kinder möglich. Mit der Annahme der Initiative ginge dieser Spielraum verloren», sagt Thomas Dütsch, Bereichsleiter Deutsch/Deutsch als Zweitsprache an der PH Zürich. Die Erfahrung zeigt, dass die Kindergartenlehrpersonen sehr verantwortungsvoll mit der Wahl der Sprache umgehen.

Wie verschiedene Studien belegen, erleichtert eine frühe, leistungsfreie Begegnung mit dem Hochdeutschen den Schriftsprachenerwerb in den ersten Schuljahren. Kinder, die bereits im Kindergarten regelmässig mit der hochdeutschen Sprache in Kontakt kommen, können ein positiveres Verhältnis zum Hochdeutschen aufbauen.

Auch zeigt sich in der Praxis, dass Kindergartenkinder beispielweise in Rollenspielen gerne spontan Hochdeutsch reden. Diese spielerischen Äusserungen sollen unterstützt werden. Zudem sollen die Kinder erleben, dass Hochdeutsch nicht nur eine Schul- und Informationssprache, sondern auch Beziehungssprache sein kann. Thomas Dütsch: «Seine Gefühle ausdrücken kann man in mehr als einer Sprache. Ein Kind zu trösten ist auch auf Hochdeutsch möglich». Weiter weist die PH Zürich darauf hin, dass weder die Pflege der Mundart noch die Pflege des damit verbundenen Schweizerischen Kulturgutes durch die aktuelle Regelung bedroht ist. Die meisten Verse und Lieder, die in den Kindergärten zu hören sind, dienen genau dieser Zielerreichung.

Kontakt:

Thomas Dütsch
Bereichsleiter Deutsch/Deutsch als Zweitsprache
Tel.: +41/43/305'56'10
E-Mail: thomas.duetsch@phzh.ch



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