Schweizerischer Städteverband / Union des villes suisses

Städteverband: Trotz Gotthard-Sanierung genügend in Agglomerationsverkehr investieren

Bern (ots) - Die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels darf die Investitionen im Agglomerationsverkehr nicht beeinträchtigen. Dies fordert der Schweizerische Städteverband, nachdem der Bundesrat die Vernehmlassung zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels eröffnet hat. Denn in den Agglomerationen besteht der grösste Nachholbedarf für Verkehrsinvestitionen. Zudem darf die Verlagerungspolitik für den alpenquerenden Güterverkehr nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Dass der Gotthard-Strassentunnel nach mehr als dreissig Jahren saniert werden muss, ist unbestritten. Doch gilt es dabei andere dringende Verkehrsinvestitionen nicht aus den Augen zu verlieren. Der Schweizerische Städteverband spricht sich nicht für eine spezifische Sanierungsvariante des Gotthard-Strassentunnels aus, erinnert aber daran, dass der grösste Bedarf für den Ausbau von Verkehrsinfrastrukturen in den Agglomerationen liegt. Dort fallen 85 bis 90 Prozent aller Staus an und deren Verkehrssysteme sind für die Schweizer Volkswirtschaft von vitaler Bedeutung.

Deshalb ist für den Städteverband klar: Egal welche Sanierungsvariante letztlich zum Zug kommt - die Investitionen in die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels müssen in einem sinnvollen Verhältnis zum Bedarf in den Agglomerationen stehen. Wie gross der Mittelbedarf ist, zeigte sich erst kürzlich bei der Einreichung der Agglomerationsprogramme der zweiten Generation. Die Projekte zur Verbesserung der Verkehrssituation in den Agglomerationen belaufen sich auf 20 Milliarden Franken. Dem Bund stehen für seine Beteiligung von maximal 50 Prozent nur noch 1.9 Milliarden zur Verfügung.

Verlagerungspolitik weiterverfolgen

Zudem verlangen die Städte, dass die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels die Verlagerungspolitik des Bundes nicht in Frage stellt. Ohne die Massnahmen, die jährlich über 600'000 Lastwagen im alpenquerenden Verkehr auf die Schiene bringen, wäre die Verkehrssituation in Städten und Agglomerationen massiv beeinträchtigt. Deshalb braucht es auch weiterhin Investitionen in den alpenquerenden Schienenverkehr. Auch diese dürfen nicht durch die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels konkurrenziert werden.

Kontakt:

Renate Amstutz
Direktorin Schweizerischer Städteverband
Tel.: +41/31/356'32'32



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