SAKK - Swiss Group for Clinical Cancer Research

SAKK untersucht Wirkung von Sport auf Chemotherapie
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) lanciert im Jubiläumsjahr die ACTIVE-Studie

Bern (ots) - Forscher der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) wollen herausfinden, ob Patienten mit Darmkrebs mehr von der Behandlung profitieren, wenn sie körperlich aktiv sind. Das nationale Krebsforschungsnetzwerk untersucht damit erstmals eine Krebstherapie, die Sport mit einschliesst. Die SAKK setzt damit auch ihre Bestrebungen fort, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) setzt sich seit 50 Jahren für die bestmögliche Krebstherapie ein. Im Jubiläumsjahr 2015 eröffnet die SAKK erstmals eine Studie, die die Wirkung von Sport während einer Chemotherapie untersucht. Aus grossen Studien ist bekannt, dass Menschen, die sich sehr viel bewegen, weniger oft an Darmkrebs erkranken. Ausserdem haben körperlich aktive Patienten weniger häufig Rückfälle. Ob Sport während der Darmkrebsbehandlung zu besseren Behandlungsergebnissen führt, ist jedoch bisher unbekannt.

Bei fortgeschrittener Krebserkrankung werden in erster Linie Medikamente eingesetzt, welche die Krebszellen zerstören. Es zeigt sich aber, dass nicht nur Tumorfaktoren wichtig sind, um den Krebs zu kontrollieren. Auch die Umgebung, in welcher die Krebszellen wachsen, ist entscheidend. Körperliche Aktivität beeinflusst diese so genannten Patientenfaktoren. Forscher der SAKK untersuchen daher in der ACTIVE-Studie, ob Patienten mit neu-diagnostiziertem, fortgeschrittenem Darmkrebs mehr von der Behandlung profitieren, wenn sie während der Chemotherapie ein 12-wöchiges strukturiertes Bewegungsprogramm absolvieren. "Wir wollen herausfinden, ob der Tumor so längere Zeit kontrolliert werden kann und ob die Patienten insgesamt weniger Beschwerden verspüren", sagt Studienleiterin Viviane Hess, welche zur Erforschung dieser Fragestellung vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit einer SNF-Förderungsprofessur unterstützt wird.

Damit eine mögliche Verbesserung verlässlich gemessen werden kann, wird die Hälfte der Studienteilnehmer als Kontrollgruppe mit der Standardchemotherapie behandelt. Die zufällig bestimmte andere Hälfte der Patienten trainiert neben der Standardchemotherapie zweimal pro Woche unter Anleitung eines Physiotherapeuten auf dem Fahrrad-Ergometer und wird mit Hilfe eines Schrittzählers dazu motiviert, sich auch im Alltag mehr zu bewegen. Das Training wird individuell gestaltet und Puls-kontrolliert, so dass es auch für Patienten geeignet ist, die bisher nicht sportlich aktiv waren. Ein wichtiger neuer Faktor dieser Behandlung besteht darin, dass Patienten selber aktiv zu ihrer Therapie beitragen können.

Diese gross-angelegte Studie wird an zahlreichen Spitälern in der Schweiz, Österreich und Deutschland durchgeführt, unter Leitung der SAKK, die hierfür mit der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Medikamentöse Tumortherapie (AGMT) zusammenarbeitet.

Die SAKK wurde 1965 als Schweizerische Chemotherapiegruppe gegründet und ist heute das nationale Krebsforschungsnetzwerk, dessen Mitglieder alle Universitätsspitäler sowie viele Kantons- und Regionalspitäler in der ganzen Schweiz sind. Forschte die SAKK zu Beginn vor allem auf dem Gebiet der Chemotherapien, versucht sie heute unter Einbezug aller vorhandenen Behandlungsformen wie Chirurgie, Strahlentherapie und medikamentösen Therapien die bestmögliche Krebsbehandlung für die Patienten zu finden. Daneben untersucht die SAKK auch, wie die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert werden kann. "Sollte die ACTIVE-Studie zeigen, dass sich Sport während der Chemotherapie vor allem positiv auf das Wohlbefinden der Patienten auswirkt, wäre auch dies allein schon ein unmittelbarer Gewinn für die Studienteilnehmer - zusätzlich zur erhofften Therapieoptimierung für künftige Patienten", so SAKK Präsident Beat Thürlimann.

Originaltitel der Studie: SAKK 41/14 ACTIVE-2 Physical activity program in patients with metastatic colorectal cancer who receive palliative first-line chemotherapy. A multicenter open label randomized controlled phase III trial

Aktiv gegen Krebs - 50 Jahre SAKK
20. Mai 2015, 15.00 bis 22.00 Uhr, Bundesplatz Bern 

Unter dem Motto "Aktiv gegen Krebs" feiert die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) am 20. Mai 2015 auf dem Bundesplatz in Bern ihr 50-Jahre-Jubiläum. Ab 15.00 Uhr können Passanten im SAKK Informationszelt Fragen zur klinischen Krebsforschung stellen. In einem sportlichen Wettkampf stellen fünf Teams ihr Geschick und ihre Fitness unter Beweis. Für die Kinder stehen Geschichten der Märlifee Prisca Saxer, Spass mit dem Cartoonisten Ted Scapa sowie ein Kinderkonzert der Leierchischte XXL auf dem Programm. Am Abend setzen sich auch Luca Hänni, BAUM und GUSTAV mit ihren Konzerten aktiv für die Forschung gegen Krebs ein. Der Anlass ist öffentlich und kostenlos.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) ist eine Non-Profit Organisation, die seit 1965 klinische Studien in der Onkologie durchführt. Ihr wichtigstes Ziel ist es, neue Krebstherapien zu erforschen, bestehende Behandlungen weiterzuentwickeln und die Heilungschancen von krebskranken Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dies geschieht durch Kooperationen innerhalb der Schweiz und in Zusammenarbeit mit ausländischen Zentren und Studiengruppen. Die SAKK wird durch eine Leistungsvereinbarung mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie durch Partner wie Krebsliga Schweiz und Krebsforschung Schweiz unterstützt. Das Jubiläumsprogramm wird von folgenden Sponsoren getragen: Amgen, Bayer, Celgene, Astellas, AstraZeneca, Novartis, Roche. Die Firmen verpflichten sich, das Jubiläumsprogramm unabhängig von der Verordnung und Abgabe ihrer Medikamente zu unterstützen. Mehr Informationen unter: www.sakk.ch

Kontakt:

- Prof. Dr. med. Viviane Hess, Studienleiterin der ACTIVE-Studie,
Leiterin Klinische Forschung Onkologie, Universitätsspital Basel, 061
265 50 59, viviane.hess@usb.ch
- Prof. Dr. med. Beat Thürlimann, SAKK Präsident, Chefarzt
Brustzentrum St. Gallen, Kantonsspital St. Gallen, Tel. 071 494 18
88, beat.thuerlimann@sakk.ch
- Dr. Peter Brauchli, SAKK Direktor, SAKK Koordinationszentrum, Bern,
Tel. 031 389 92 96, peter.brauchli@sakk.ch



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