WWF Schweiz

Globaler Marsch für das Klima: Die Schweiz hat heute Herz gezeigt

Zürich (ots) - Trotz teils garstiger Umstände waren heute in der Schweiz über 10'000 Menschen fürs Klima auf der Strasse. Der Klima-Aktionstag läuft bis morgen Sonntag, u.a. in Lugano und Lausanne aber auch Washington, Kapstadt, Rio oder Tokyo. Weltweit werden 100'000e von Menschen auf der Strasse sein.

Das hat die Schweiz noch nie erlebt: Quer durchs Land ist die Bevölkerung heute fürs Klima auf die Strasse gegangen, mit den Anlässen der Klima-Allianz in Zürich, Bern, St.Gallen, Luzern und Genf und weiteren mehr. An über 2300 Anlässen weltweit fordern die Menschen dieses Wochenende zum Start der Uno-Klimakonferenz in Paris, dass die Politik mit dem Klimaschutz endlich vorwärts macht. Trotz der teils nasskalten Witterung waren über 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer alleine an den bisherigen Anlässen der Klima-Allianz dabei. "Das ist ein unüberhörbares Zeichen nach Paris, dass uns der Klimawandel und damit unsere Zukunft nicht egal sind", sagt Patrick Hofstetter, Koordinator der Klima-Allianz und WWF-Klimaexperte. "Wir sind stolz auf diese Schweizer Präsenz am weltweiten Klima-Aktionstag."

Die Anlässe in der Schweiz stehen unter dem Motto "Denn ich liebe". Mit einem Herz haben Unterstützerinnen und Unterstützer gezeigt, warum sie sich gegen den Klimawandel einsetzen. Der Klimawandel gefährdet unsere Lebensgrundlagen und damit alles, was wir lieben. "Wir sind alle Teil des Problems", sagte ETH-Professor Andreas Fischlin in Zürich. "Also sind wir alle Teil der Lösung." Von Überschwemmungen, Dürren, steigende Meeresspiegel und aussterbende Arten war auf dem Helvetiaplatz die Rede, aber auch von der Hoffnung: "Die grosse Erfindung der Menschheit ist doch, dass wir füreinander einstehen", so Oliver Marchand, Präsident von fossil-free.ch. Visionäre wie Anton Gunzinger, Andreas Herren oder Louis Palmer zeigten auf, dass wir eine bessere Zukunft haben können. Die 2000 Personen auf dem Helvetiaplatz formten als Höhepunkt das grösste Herz der Schweiz.

In Genf sind neben vielen anderen Gruppen auch die "Grosseltern fürs Klima" mitmarschiert - damit unsere Kinder und Enkel in einer so schönen Welt leben können wie wir. Auf dem ersten Transparent war zu lesen: "Ändern wir das System, nicht das Klima". Mit rund 5000 Personen war der Genfer Anlass der grösste in der Schweiz - der Pont du Mont-Blanc war zu klein, um allen Platz zu bieten. In Bern sangen 2000 Menschen aus voller Kehle mit beim Klima-Song von Karsumpu. Der ganze Bundesplatz war voll von Herzen und Herzensanliegen, die unter dem Klimawandel leiden: vom Schlitteln auf dem Gurten über Schokolade bis zu den Enkelkindern. In St.Gallen wurden den ganzen Tag über zu Live Musik 1000 Herz-Botschaften gesammelt. "Wir waren viele in St. Gallen, noch viel mehr weltweit, und wir werden nicht ruhen, bis unsere Forderungen erfüllt sind", so Kantonsrat und WWF-Vorstandsmitglied Martin Wicki. Auch in Luzern kamen rund 100 Personen und fast ebenso viele Herzen zusammen. Mit den Anlässen in Lugano und Lausanne geht der Klima-Aktionstag morgen auch in der Schweiz weiter.

Weltweit werden 100'000e von Menschen auf der Strasse sein, vielleicht eine Million. Einer der ersten Märsche hat in Melbourne stattgefunden - mit 60'000 Teilnehmern. 15'000 Menschen waren in Auckland unterwegs. Die meisten Märsche in den grossen Hauptstädten sind morgen Sonntag. Alleine für den Marsch in Paris wurden rund 200'000 Personen erwartet. Der Marsch in Paris kann wegen der Terroranschläge nicht stattfinden, doch für die Anlässe in allen anderen Ländern gilt: "Jetzt erst recht." Patrick Hofstetter: "Nirgends zeigt sich so deutlich wie im Klimaschutz: Nur gemeinsam kommen wir vorwärts."

Der weltweite Klima-Aktionstag will den Druck auf die Delegierten an der Klimakonferenz erhöhen, endlich vorwärts zu machen. Aber auch die Schweizer Politik ist gefordert. Für eine faire Klimapolitik muss die Schweiz einen angemessenen Beitrag leisten, damit die Klimaerwärmung gefährliche zwei Grad nicht übersteigt: Die CO2-Emissionen im Inland müssen bis 2030 um 60 Prozent sinken und bis 2050 muss unser Land ganz aus den fossilen Energien aussteigen. Zudem muss die Schweiz die Entwicklungsländer finanziell unterstützen, die wenig zur Klimaerwärmung beigetragen haben, aber besonders darunter leiden. Dies darf nicht auf Kosten der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit gehen. Bei keinem der Punkte ist die Politik bisher auch nur annähernd auf Kurs.

Weitere Informationen

Erste Fotos der Veranstaltungen finden Sie hier zur freien Verfügung: http://www.klima-allianz.ch/medien_pressebilder

Die Klima-Allianz Schweiz vereint 60 Organisationen aus Umweltschutz, Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Politik und Wirtschaft. www.klima-allianz.ch

Infos zu den sieben Anlässe der Klima-Allianz: www.dennichliebe.ch

Kontakt:

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Philip Gehri, philip.gehri@wwf.ch, 079 699 65 84, 044 297 22 25
Kontakt Veranstalter:
Zürich: Markus Keller, markus.keller@fossil-free.ch, 076 316 92 37
Bern: Rosmarie Kiener, rosmarie.kiener@wwf.ch, 031 312 15 79, 079 384
38 52
St.Gallen: Astrid Benz, astrid.b.benz@gmail.com, 077 429 68 60
Luzern: Stefan Salzmann, salzmann@fastenopfer.ch, 078 666 35 89
Genf: Mathias Schlegel, mathias.schlegel@greenpeace.org, 079 794 61
23
Lugano (Sonntag): Susanna Petrone, susanna.petrone@wwf.ch, 076 552
18 70
Lausanne (Sonntag): Marc-Henri Jaques, mhjaques@hotmail.com, 077 417
15 00



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