WWF Schweiz

Schweiz ist Europameisterin im Heizen mit Erdöl

Zürich (ots) - Ölheizungen schaden der Umwelt besonders stark - doch ausgerechnet in der Schweiz wird so viel Erdöl verheizt wie in keinem anderen Land Europas. Der WWF verlangt ein Verbot nach dem Vorbild Schwedens und Dänemarks.

Es ist ein unerfreulicher Spitzenplatz: Die Schweiz ist Europameisterin im Heizen mit Erdöl, wie eine WWF-Analyse von Daten des EU-Statistikamts Eurostat zeigt. In Schweizer Haushalten entfallen über 38 Prozent des Energieverbrauchs auf Heizöl - der klar klimaschädlichsten der gängigen Heizungsarten. Die EU-Haushalte kommen mit 13 Prozent nur auf einen Drittel. Von den Nachbarländern der Schweiz steht Deutschland mit 23,8 Prozent am schlechtesten da - aber immer noch viel besser als die Schweiz. Insbesondere in den skandinavischen Ländern wird kaum noch mit Öl geheizt.

In der Schweiz werden hingegen laut Bundesamt für Energie alte Ölheizungen in zwei Drittel der Fälle immer noch mit neuen Ölheizungen ersetzt, obschon Kosten, Auslandsabhängigkeit und Umweltbilanz gegen Ölheizungen sprechen. Eine typische Einfamilienhaus-Ölheizung belastet das Klima 10 Mal stärker als eine Wärmepumpen-Heizung. Das gilt auch für Modelle der heutigen Generation, wie sie jetzt in den Sommermonaten überall im Land neu installiert werden. Über 800'000 Ölheizungen sind landesweit in Betrieb. Sie machen die Gebäude zur grössten CO2-Quelle und damit zum grössten Klimaproblem in der Schweiz.

Besonders die neuen Ölheizungen stehen einer sauberen Zukunft im Weg: "Wer eine neue Ölheizung installiert, wird damit während der nächsten 20 Jahre rund 150 Tonnen CO2 produzieren", sagt Elmar Grosse Ruse, Klimaexperte beim WWF Schweiz. "Das ist unseren Enkeln gegenüber nicht zu verantworten." 150 Tonnen CO2 entsprechen 20 Fahrten mit dem Auto um den ganzen Globus. Selbst die Kosten sind keine Entschuldigung. Zwar sind Ölheizungen in der Anschaffung günstig, doch eine Vollkostenrechnung inklusive Unterhalt und Energie zeigt ein anderes Bild: Über die Lebensdauer gerechnet sind Ölheizungen bis zu einem Drittel teurer als Wärmepumpen.

Die Schweiz hat bei den Ölheizungen also ein sehr grosses, wirtschaftliches Klimaschutz-Potenzial. Für Elmar Grosse Ruse ist deshalb klar: "Wenn die Schweiz diesen Klima-Klumpfuss loswerden will, muss sie den Beispielen wie Dänemark oder Schweden folgen, die keine neuen Ölheizungen erlauben." Davon würden alle profitieren: Hausbesitzer dank tieferer Kosten, die Schweizer Volkswirtschaft dank weniger Ölimporten und vor allem das Klima dank massiv weniger Treibhausgasen.

Weitere Informationen

Ein Berechnungstool für Hausbesitzer und zahlreiche weitere Informationen zum Heizungsersatz sind hier zu finden: www.wwf.ch/heizen

Die Rangliste der Länder mit dem höchsten Anteil Heizöl am Haushaltsverbrauch sowie aktuelle Kosten- und Klimavergleiche verschiedener Heizungstypen (Grafik) können hier heruntergeladen werden: www.wwf.ch/medien

Warum sich klimafreundlich Heizen lohnt und andere gute Gründe für Klimaschutz zeigt die aktuelle WWF Klimakampagne auf: www.wwf.ch/klimaschutz

Kontakt:

Elmar Grosse Ruse, Klimaexperte WWF Schweiz, elmar.grosseruse@wwf.ch,
078 745 23 41
Philip Gehri, Medienstelle WWF Schweiz, philip.gehri@wwf.ch, 044 297
22 25



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