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WWF/Klima-Länderrating: Schweiz fällt zurück

Zürich (ots) - Beim Klimaschutz ist die Schweiz nicht mehr in den Top Ten. Das ist das Fazit des Klima-Länderratings 2015. Länder wie Dänemark, Schweden, aber auch Marokko zeigen, wie es geht.

(Sperrfrist: 16:30 Uhr) Das jährliche Klima-Länderrating vergleicht den CO2-Ausstoss pro Kopf, die Entwicklung der CO2-Emissionen und die Klimapolitik der Staaten. An der Uno-Klimakonferenz in Lima wird heute die Ausgabe 2015 vorgestellt. Die Schweiz fällt von Rang 8 auf Rang 11 zurück. Deutlich schwächer als letztes Jahr schneidet sie bei der internationalen Klimapolitik ab. So hat es der Bundesrat abgelehnt, das Treibhausgas-Reduktionsziel für 2020 zu erhöhen, obwohl dies so im CO2-Gesetz vorgesehen ist. Spannend wird nun zu sehen sein, welches Reduktionsziel für 2030 der Bundesrat im Hinblick auf ein neues Klimaabkommen nächstes Jahr vorlegt. Die Schweiz und die Staatengemeinschaft wollen die globale Erwärmung unter gefährlichen zwei Grad halten. Dafür muss die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss im Inland bis 2030 um 60 Prozent reduzieren.

Immerhin hat sich die Schweiz dank der Energiewende in der Kategorie nationale Klimapolitik verbessert. Mit der Energiewende stehen zudem die Chancen gut, dass die Schweiz endlich auch beim Zubau von erneuerbaren Energien aufholt. Dort steht sie heute schlechter da als die meisten anderen Länder. Gar auf einem der letzten Ränge landet die Schweiz bei den Emissionen des Flugverkehrs, die bereits für 16 Prozent der Klimabelastung verantwortlich sind.

Den Spitzenplatz im Klima-Länderrating holte erneut Dänemark, wo die Windenergie nicht nur zum wichtigsten, sondern auch günstigsten Stromlieferanten geworden ist. Zudem hat Dänemark trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum den Stromverbrauch absolut gesenkt. Gleich dahinter folgt Schweden, welches die Treibhausgas-Emissionen der Haushalte dank systematischem Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen innert fünf Jahren um 70 Prozent gesenkt hat. Auch Marokko liegt dank massivem Ausbau von Wind- und Solarstrom vor der Schweiz. "Wir haben heute die Bestätigung, dass eine bessere Welt möglich ist", sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz. "Mit einem wirksamen neuen globalen Klimaabkommen und unserer Schweizer Energiewende kommen wir ihr wichtige Schritte näher."

Insgesamt bietet das Länderrating weiterhin ein düsteres Bild. Die Plätze 1-3 im Klima-Länderrating werden traditionell nicht vergeben, weil jahrelang kein Land genug getan hat, um das Ziel von maximal 2 Grad Erwärmung zu erreichen. Insgesamt erfasst das Rating des Climate Action Networks (CAN Europe) und der Entwicklungsorganisation Germanwatch 58 Länder. Schlusslicht ist erneut Saudi Arabien.

Weitere Informationen:

Alle Detailresultate und Erläuterungen sowie weitere Informationen zur Uno-Klimakonferenz in Lima finden Sie auf www.wwf.ch/medien.

Bitte beachten Sie die Sperrfrist, die durch die Vorstellung der Studie an der Uno-Klimakonferenz in Lima gegeben ist (-6 Stunden Zeitverschiebung).

Rangliste:

1.-3. Nicht vergeben

4. Dänemark

5. Schweden

6. Grossbritannien

7. Portugal

8. Zypern

9. Marokko

10. Irland

11. Schweiz

22. Deutschland

44. USA

45. China

61. Saudi Arabien

Kontakt:

Philip Gehri, Medienstelle WWF Schweiz, philip.gehri@wwf.ch, Tel. 044
297 22 25
Patrick Hofstetter, Leiter Klima- und Energie WWF Schweiz,
patrick.hofstetter@wwf.ch, Tel. 076 305 67 37 (in Lima)
Achtung: Anrufe bitte wegen der Zeitverschiebung zu Lima nicht vor 15
Uhr.


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