WWF Schweiz

Fragwürdiger Rekord: Beznau 1 ist das älteste AKW der Welt

Zürich (ots) - Gemeinsame Medienmitteilung von Fokus Anti-Atom, Greenpeace, Grüne Aargau, Grüne Solothurn, Grünliberale Aargau, Grünliberale Solothurn, NWA (Nie wieder Atomkraftwerke) Aargau, NWA Solothurn, NWA Schweiz, SP Aargau, SP Solothurn, WWF Aargau, WWF Solothurn, WWF Schweiz und SES:

Nach dem Abschalten einer Anlage in England kann Beznau 1 einen fragwürdigen Rekord für sich beanspruchen: Es ist das älteste Atomkraftwerk der Welt. Das AKW ist nicht nur veraltet, sondern auch unsicher und gehört darum abgestellt.

Ende Februar wird in Oldsbury/GB das bislang älteste Atomkraftwerk stillgelegt. Beznau 1 übernimmt die rote Laterne. Seit dem 1. September 1969 ist der Reaktorblock in Betrieb. Er war schon lange der älteste Druckwasserreaktor der Welt und selbst die Atomnation Frankreich hat längst alle Reaktoren dieses Typs stillgelegt.

Unzählige Sicherheitsprobleme zeigen, dass die Zeit von Beznau 1 abgelaufen ist. Nicht weniger als 75 grössere Pendenzen zählte das ENSI bereits vor Fukushima auf seiner Webseite auf. Die gravierendsten Mängel betreffen - die unzuverlässige Notstromversorgung, - den rissigen Reaktordeckel - und insbesondere das Stahlcontainment, das ebenfalls Risse aufweist. Das Containment, das bei einem Unfall die Verstrahlung der Umgebung verhindern soll, ist nicht austauschbar. Für die fünfzehn unterzeichnenden Organisationen ist klar: Ist das Containment beschädigt, muss die Anlage zwingend stillgelegt werden. Ebenfalls Grund genug für eine Stilllegung ist die unzuverlässige Notstromversorgung, die beispielsweise nach einem Erdbeben eine Kernschmelze verhindern muss. Gemäss ENSI muss sie erst bis 2014 nachgerüstet werden, nachdem sie bereits 2007 während einer Revision vollständig ausgefallen war. Bis dahin wird die Anlage also auf gut Glück weiterbetrieben. Würde das ENSI den eigenen Sicherheitsanspruch ernst nehmen, müsste Beznau allein deswegen bis zum Abschluss der Arbeiten abgestellt werden.

Allein für die vom ENSI schon vor Fukushima geforderten Nachrüstungen will die Betreiberin Axpo in den kommenden Jahren rund 500 Mio. investieren. Dieser Betrag dürfte sich nach den neuesten Abklärungen noch erhöhen. Viel Geld für ein AKW, das seine geplante Betriebsdauer von 25 Jahren längst überschritten hat. Geld, das sinnvoller in erneuerbare Energien investiert würde. Um die Investition zu amortisieren, rechnet die Axpo inzwischen mit einer Betriebsdauer von 60 Jahren: ein fahrlässiges Experiment auf Kosten der Sicherheit von hunderttausenden Menschen.

Zitate von der heutigen Medienkonferenz: - Max Chopard-Acklin (Nationalrat SP): "Die Energiewende bietet Chancen: Jetzt gilt es in die Zukunft zu investieren." - Geri Müller (Nationalrat Grüne): "Nun ist Beznau I das dienstälteste AKW der Welt - kein Grund zum Feiern - aber einmal mehr es definitiv abzustellen!"

Weitere Informationen: Fotos von der Medienkonferenz und eine ausführliche Dokumentation mit allen Nachweisen finden Sie ab 13 Uhr unter www.stopp-beznau.ch/medien

Diese Medienmitteilung finden Sie auch unter www.wwf.ch/medien

Kontakt:

Jürg Joss (Fokus Anti-Atom) 079 330 06 60,
Tonja Zürcher (WWF Aargau) 078 842 43 49,
Andi Fischer (NWA Aargau) 077 443 01 20



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