WWF Schweiz

WWF und Pro Natura: Wolfabschüsse sind illegal

Zürich (ots) - Ein Wolf wurde bereits abgeschossen, zwei weitere Abschüsse sollen folgen. Doch die Abschussbewilligungen für die drei Wölfe in den Kantonen Wallis und Luzern haben ein rechtliches Nachspiel: WWF und Pro Natura haben heute gegen die Todesurteile gemeinsam Rekurse eingereicht. "Die drei verfügten Wolfs-Abschüsse verstossen gegen internationales und nationales Recht", sagt Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz. Deshalb haben die beiden Umweltorganisationen gemeinsam Rekurse eingelegt gegen die Abschussgenehmigungen. Da solche Rekurse keine aufschiebende Wirkung haben, werden Wölfe heute einfach abgeschossen. "Es werden Fakten geschaffen, ohne dass eine rechtliche Prüfung erfolgen kann", moniert Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura. Die beiden Umweltschutzorganisationen fordern nun, dass Rekurse künftig aufschiebende Wirkung haben sollen. Das geltende Verfahren befriedigt aus Sicht von WWF und Pro Natura nicht: Insbesondere die Bewilligung von Abschüssen kommt intransparent zustande. Das muss geändert werden. "Die drei Fälle in den Kantonen Wallis und Luzern zeigen, dass das Wolfskonzept nicht ausgewogen ist", sagt Ballmer. "Das Konzept schützt vor allem die Schafe, dabei ist der Wolf eine streng geschützte Tierart", sagt Eichenberger. Die Umstände der einzelnen Wolfsrisse beweisen, dass die bestehenden Herdenschutzmassnahmen nicht konsequent genug umgesetzt werden. So wurden in Luzern die Schafe auf der Alp gar nicht geschützt. Zudem wurden nicht alle gerissenen Schafe wie vorgeschrieben von Behördenvertretern begutachtet. WWF und Pro Natura sind überzeugt, dass das richterliche Urteil Mängel im Wolfskonzept und dessen Anwendung aufdecken wird. Da die Abschussgenehmigungen geltende Gesetze verletzen, erwarten die Umweltorganisationen nach den Rekursverfahren eine Revision des Wolfskonzepts. Kontakt: Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz, G 044 297 22 53 M 078 667 34 46 Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura, 061 317 92 08

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