Verband Fotohandel Schweiz (VFS)

Verband Fotohandel Schweiz: Passbilder sollen verstaatlicht werden

    Stäfa (ots) - Das Passbild ist nicht nur für den Fotohandel ein wichtiges Standbein, sondern es ist auch für den Kunden, der einen neuen Pass braucht, bequemer, sich beim Fotografen um die Ecke ablichten zu lassen, als in einem kantonalen Passzentrum. Für die Fotohändler ist zudem ein wichtiger Geschäftszweig und damit für viele die Existenz bedroht.

    Der biometrische Pass hat schon viele Schlagzeilen gemacht. Er ist nicht nur teuer und für viele Länder unnötig, sondern er gefährdet ernsthaft die Existenz von schätzungsweise einhundert Fotogeschäften in der Schweiz. Während bislang die Passbilder der Fotohändler, welche nach exakten Richtlinien des Bundes angefertigt werden müssen, für die neuen Pässe akzeptiert wurden, sollen die Bestimmungen nun so verschäft werden, dass nun deren Herstellung ausschliesslich durch die kantonal betriebenen Passzentren erfolgen kann. Der Fotohandel soll dabei gänzlich ausgeschaltet werden, obgleich sich dieser bereit zeigt, in neue Gerätschaften zu investierten und seine Verbandsmitglieder so zu schulen, dass die Passbilder auch den nun verschärften Bestimmungen entsprechen.

    Die Argumente, weshalb die Passfotos heute nicht mehr den Anforderungen genügen sollen, sind dürftig und hängen in erster Linie damit zusammen, dass künftig nicht mehr Papierbilder verwendet werden sollen, sondern direkt elektronische Bilddaten. Die Behörden befürchten, dass die Passbilder der Fotohändler nicht richtlinienkonform sind, dass die elektronisch übermittelten Bilddaten Computerviren enthalten und dass die Bilder manipuliert sein könnten. "Das sind vor allem technische Probleme, die leicht in den Griff zu bekommen sind" meint Hansruedi Morgenegg, Präsident des Verbands Fotohandel Schweiz. "Die Fotohändler verfügen nicht nur über die Bildkompetenz, sondern sie sind auch seit Jahren gewohnt mit Virenschutzprogrammen umzugehen. Dass wir uns strikte an die Vorgaben des Bundes halten werden und die Authentizität der Bilder garantieren, ist selbstverständlich und kann sogar entsprechend gesetzlich verankert werden. Es geht vielmehr darum, dass die Behörden die Zusammenarbeit mit uns nicht wollen, obwohl diese mit abgelieferten Papierbilder in der Vergangenheit immer reibungslos geklappt hat. Amerika akzeptiert unsere Bilder sowie die meisten Länder Asiens, Indiens, Afrikas und des Schengenerraumes. Nur für die Schweiz scheint unsere Qualität nicht passend ..."

    Technische Lösungen gibt es im Markt

    Um die Daten für biometrische Pässe zu erfassen und diese mit garantierter Authentizität an die entsprechenden Amtsstellen weiterzuleiten, gibt es auch technische Lösungen, die der Fotohandel zumindest teilweise einsetzen könnte.

    Die Schweizer Firma ID Travel AG (www.id-travel.ch) beispielsweise ist auf solche Systeme spezialisiert und bietet mit dem "Cap4Pass" eine Anlage, die Personendaten mit Foto, Fingerabdruck und Unterschrift so erfasst, dass diese elektronisch übermittelt werden können und den gesetzlichen Richtlinien (gemäss ICAO 9303) entsprechen. "Es ist damit absolut möglich, dass Externe die Personendaten liefern und den Passanwärtern den zeitraubenden Weg ins manchmal nicht sehr nahe gelegene Passzentrum ersparen könnten" meint Martin Leuzinger, Fotohändler in Burgdorf. "Für uns ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Leute wissen, dass man für Passbilder und Personenbildnisse ins Fotogeschäft geht, weil dort die Bildkompetenz ist. Passbilder sind unser Brot- und Butter-Geschäft, und wir sehen nicht ein, weshalb der Staat hier monopolistisch die Hand drauf legen will."

    Bern Impuls, die Berner Sektion des VFS, richtet sich nun in einem Schreiben an den Bundesrat, um einmal mehr auf dieses wichtige Anliegen der Fotohändler aufmerksam zu machen. Es geht darum, ein Berufsstand zu schützen und zu erhalten, der mit dem Margenzerfall bei den immer billiger werdenden Digitalkameras, mit dem massiven Rückgang des Bildergeschäftes und einer starken Konkurrenz im Internet ohnehin schon genug gebeutelt wird.

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