Ernst & Young Schweiz

«Hohes Potenzial - Swiss Attractiveness Survey 2013»: Wirtschaftstandort Schweiz - auch langfristig attraktiv?

Zürich (ots) - Die Direktinvestitionen in der Schweiz durch ausländische Investoren haben stark abgenommen. Die Befragungsergebnisse einer von Ernst & Young durchgeführten Studie bestätigen jedoch, dass die Schweiz für Investitionen mit hoher Wertschöpfung anziehend ist. Es stellt sich nun die Herausforderung, den geeigneten Massnahmenmix zu finden, um die Schweiz langfristig attraktiv zu halten und die Direktinvestitionen zu steigern.

ZÜRICH, 6. JUNI 2013 - Der Standort Schweiz ist im schwierigen europäischen Wirtschaftsumfeld nach wie vor attraktiv - und das trotz der Frankenstärke. Herausragende Lebensqualität, politische Stabilität und erstrangige Forschungs- und Bildungseinrichtungen machen die Schweiz zu einer bevorzugten Adresse für Investitionsprojekte multinationaler Unternehmen mit hoher Wertschöpfung. Die Schweiz kann sich dadurch als erfolgreicher Nischenplayer im attraktiven Premium-Segment etablieren. Obwohl internationale Unternehmen die Schweiz als fast rundum attraktiv bewerten, hat die Zahl der Direktinvestitionen aus dem Ausland im Vergleich zu 2011 um 38 Prozent abgenommen, ebenso die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze (minus 25 Prozent). Die Schweiz nimmt damit lediglich den 14. Platz in der Liste der attraktivsten Investitionsstandorte in Europa ein. Will die Schweiz ihre Attraktivität für ausländische Investoren auch in Zukunft erhalten, muss sie gemäss den Befragungsergebnissen der «Swiss Attractiveness Survey 2013» von Ernst & Young weiter auf ihre traditionelle Eigenschaften setzen: Politische und wirtschaftliche Stabilität und ein unternehmensfreundliches Klima. Weitere Faktoren, welche zur Anziehungskraft des Wirtschaftsstandorts Schweiz beitragen, sind die hohe Lebensqualität sowie die Stabilität des sozialen Klimas. Als Standortnachteile wurden, wie bereits in der Umfrage 2011, die knappe Verfügbarkeit und der Preis von Gewerbeimmobilien (62 Prozent) sowie die relativ hohen Lohnkosten (60 Prozent) genannt.

Trotz bester Standortfaktoren weniger Direktinvestitionen Welche Einflüsse haben zusätzlich zum Rückgang der Direktinvestitionen in die Schweiz geführt? «Wir sehen in dem starken Rückgang ausländischer Investitionsprojekte in der Schweiz 2012 ein eher temporäres Phänomen. Die Entscheide, welche für diese tiefe Zahl verantwortlich sind, fallen in die Zeit der starken Aufwertung des Frankens 2010 - 2011», so Alessandro Miolo, verantwortlicher Partner, Markt Deutschschweiz bei Ernst & Young. «Die Intervention der Schweizerischen Nationalbank 2011 hat sich als wirksam gezeigt, wie die stabile Entwicklung der Exporte und die deutlich gestiegene Planungssicherheit zeigen.»

Die hohe Wertschätzung des Standorts Schweiz schlägt sich grundsätzlich auch in den konkreten Investitionsabsichten ausländischer Unternehmen nieder. 19 Prozent der befragten Unternehmen planen derzeit, im kommenden Jahr in der Schweiz zu investieren - allerdings lag der Wert vor zwei Jahren noch bei 47 Prozent. Die grosse Mehrheit der befragten Unternehmen (83 Prozent) mit Geschäftstätigkeit in der Schweiz, plant jedoch langfristig hierzubleiben. Und nur noch erfreuliche 14 Prozent der Befragten (von 38 Prozent potentieller Abwanderer in 2011), haben Wegzugsabsichten. Das entspricht dem tiefsten Stand seit sieben Jahren. «Unternehmen, die aus Kostengründen eine Verlagerung an einen kostengünstigeren Standort erwogen haben, haben diesen Schritt bereits vollzogen», so Philip Robinson, Managing Partner und Leiter Tax & Legal bei Ernst & Young Schweiz. «Zwar wird es sicherlich weitere Verlagerungen geben, die grosse Welle ist aber längst abgeebbt. Dazu tragen auch die inzwischen deutlich gestiegenen Kosten in den Zielländern - in erster Linie Mittel- und Osteuropa - insbesondere aber auch die Erwartungssicherheit bei, welche die Nationalbank mit ihrer Wechselkurspolitik geschaffen hat.»

Die Befragungsergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass aus Sicht ausländischer Investoren die Branchen Pharma und Biotechnologie die Entwicklung des Standortes Schweiz stark prägen werden. Insbesondere ausländische Investoren mit bestehenden Geschäftsaktivitäten in der Schweiz, sehen ein grosses Potenzial in der Pharmaindustrie und Biotechnologie.

Richtiger Massnahmenmix entscheidend

Internationale Investoren gehen weiterhin von einer positiven Entwicklung des Standortes aus und bleiben der Schweiz treu. Um dem gerecht zu werden, sind jedoch weitere Anstrengungen nötig. Dazu gehört die Schaffung von Investitionsanreizen sowie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. «Die Schweiz hat als stabiler und hochwertiger Investitionsstandort weiterhin grosses Potenzial» so Philip Robinson. «Gerade in unsicheren Zeiten wie heute, die von Schuldenkrisen in den grossen Wirtschaftsregionen geprägt sind, ist ein richtiger Massnahmenmix entscheidend. Wichtig sind nebst gezielten Investitionsanreizen, vor allem die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung und Lösungen im Steuerstreit mit der EU hinsichtlich der Besteuerung von Holding-, Verwaltungs- und Gemischten Gesellschaften.»

Kontakt:

Nadine Geissbühler
Ernst & Young
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