Ernst & Young Schweiz

Nachhaltigkeit bei Immobilien: Weit mehr als nur Imagepflege - Analyse zum Thema Nachhaltigkeit bei Immobilieninvestitionen

Zürich (ots) - Nachhaltigkeit ist nicht mehr eine primär marketing-getriebene Strategie, sondern längst etabliert, sei es in Miet- und Kaufverträgen, in der Portfoliobewertung, in der Finanzierung oder im Reporting. Gegenüber dem internationalen Vergleich beeinflusst in der Schweiz eine ausgewiesene Nachhaltigkeit die Kreditkonditionen besonders stark. Dies zeigt eine Analyse von Ernst & Young in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Bei Immobilien in der Schweiz, Deutschland und Österreich spiegelt sich Nachhaltigkeit mittlerweile entlang des kompletten Wirtschafts- und Lebenszyklus wider. So wird Nachhaltigkeit immer mehr in Miet- und Kaufverträgen, in der Portfoliobewertung und Finanzierung sowie im Reporting verankert. Die vorliegende Analyse belegt, dass Nachhaltigkeit bei Immobilien mittlerweile weit mehr ist als reine Imagepflege. "Nachhaltigkeit ist ein Faktor bei der Immobilienfinanzierung geworden", sagt Rolf Bach, Director bei Ernst & Young Schweiz und Leiter Transaction Real Estate.

In der Schweiz schätzen die Banken Nachhaltigkeit offensichtlich besonders. Hierzulande sind 75 Prozent der Befragten der Ansicht, dass das MINERGIE®-Label einen Einfluss auf die Kreditkonditionen hat. Der Anteil ist damit dreimal so hoch wie in Deutschland und Österreich: Nur 25 Prozent der Marktteilnehmer sprechen dem dort verbreiteten Deutschen Gütesiegel für nachhaltiges Bauen (DGNB) einen Einfluss auf die Kreditkonditionen zu.

Reporting Nicht nur Nachhaltigkeitslabels für einzelne Immobilien sind inzwischen relevant - Nachhaltigkeit spiele immer mehr auch auf Unternehmensebene eine wichtige Rolle, sagt Rolf Bach. Fast die Hälfte (46 Prozent) der befragten Unternehmen belegen ihre Anstrengungen in dieser Hinsicht mit einem Nachhaltigkeitsbericht. In der Vorjahresanalyse von Ernst & Young Real Estate in Deutschland, in welcher Schweizer Unternehmen noch nicht befragt wurden, traf dies nur für 27 Prozent zu. "Die ganzheitliche Betrachtung der Immobilie über den ganzen Lebenszyklus steht immer mehr im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbemühungen. Das heisst auch: Der Blick nur auf die Immobilie genügt nicht mehr. Das Unternehmen, sei es ein Projektentwickler oder ein Bestandshalter, muss selbst nachhaltig agieren", meint Rolf Bach. Der Analyse zufolge werden die Nachhaltigkeitsberichte immer vergleichbarer werden und orientieren sich am internationalen Standard.

Portfoliobewertung Neben der Finanzierungs-, der Einzelimmobilien- und der Unternehmensebene spielt Nachhaltigkeit auch beim Gesamtimmobilienportfolio eine Rolle. Eine portfolioweite Nachhaltigkeitsbetrachtung sehen fast neun von zehn Befragten als wichtigen Image-Faktor. Knapp acht von zehn Befragten nennen die Wiederverkaufbarkeit als Grund, weshalb Nachhaltigkeit auf Portfolioebene berücksichtigt wird. "Die Umfrage zeigt, dass Nachhaltigkeit zu einem Bestandteil der Portfoliobewertung geworden ist. Und sie ist keineswegs nur eine der Stellschrauben, die den Wert bestimmt. Fehlende Nachhaltigkeit könnte je nach Fall ein Kriterium sein, das ein Portfolio unverkäuflich macht", so Rolf Bach. Ein entsprechendes Gewicht komme der Portfoliosteuerung zu. Sie implementiere die Nachhaltigkeitsziele für das Gesamtportfolio.

Miet- und Kaufvertrag "Um die jeweiligen Nachhaltigkeitsziele portfolioweit umsetzen zu können, greift das Portfoliomanagement zunehmend auf so genannte 'grüne Mietverträge' zurück, auch Green Lease genannt", beobachtet Rolf Bach. Darin würden beispielsweise Nachhaltigkeitskriterien festgeschrieben, die Vermieter und Mieter fördern oder je nach Kriterium zumindest nicht behindern sollten. "Ziel ist es, dass eine nachhaltige Immobilie auch nachhaltig bleibt - oder eine nicht nachhaltige Immobilie nachhaltig wird", so Rolf Bach. Green Leases sind der Analyse zufolge noch ein junger Trend - ebenso wie der "grüne Kaufvertrag" (Green Purchase Agreement). Dabei geht es darum, beispielsweise Energieverbrauchswerte für im Bau befindliche Gebäude festzuschreiben. "Sie werden dann Bestandteil des Kaufvertrags", erklärt Rolf Bach. Sein Fazit: "Die Marktteilnehmer nehmen das Thema Nachhaltigkeit ernst. Das so genannte Green Washing, also lediglich ein grüner Anstrich zur Imagepflege, dürfte endgültig Vergangenheit sein."

Informationen zur Studie Die vorliegende Studie basiert auf einer Befragung von 68 Kreditinstituten, Immobilieninvestoren, Projektentwicklern und Grossmietern in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Ergebnisse wurden um die Markteinschätzung der Verfasser aus den genannten Ländern und die wissenschaftliche Sicht der International Real Estate Business School (IREBS) an der Universität Regensburg ergänzt. Die Studie steht unter www.ey.com/ch zum Download zur Verfügung.

Kontakt:

Simone Isermann
Ernst & Young
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simone.isermann@ch.ey.com


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