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"Q1 Global IPO Update": Optimistische Prognose für IPO-Markt trotz schwachem Start

Zürich (ots) - Im ersten Quartal 2012 wurden weltweit 157 Börsengänge gezählt, 47 Prozent weniger als im ersten Quartal 2011. Während sich die Zahl der Börsengänge in China und Europa halbiert hat, blieben sie in Nordamerika relativ stabil. Insgesamt gab es nur ein Milliarden-IPO, denjenigen des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo. Den weltweit zweitgrössten Börsengang realisierte der Schweizer Handelskonzern DKSH. Die Perspektiven für die Schweiz sind optimistischer als im vergangenen Jahr.

ZÜRICH, 29. MÄRZ 2012 - Der globale Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings (IPOs)) ist schwach ins Jahr 2012 gestartet. In den ersten drei Monaten des Jahres fanden weltweit 157 Börsengänge statt, bei denen insgesamt 14 Milliarden US-Dollar erlöst wurden - im Vorjahr waren im ersten Quartal noch 296 Börsengänge mit einem Volumen von 47 Milliarden US-Dollar gezählt worden. Starke Rückgänge gab es vor allem in China und in Europa, wo die Zahl der Börsengänge jeweils um die Hälfte zurückging. Nur in den USA konnte annähernd wieder das Niveau des Vorjahreszeitraums erreicht werden.

Angesichts gestiegener Börsenkurse und einer gesunkenen Volatilität hat sich das IPO-Klima in der Schweiz jedoch wieder aufgehellt. Unterstützung erhalten Börsenkandidaten von jüngst erfolgreich platzierten Börsengängen in Europa - für die kommenden Wochen sind zahlreiche Börsengänge in der Pipeline. Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Deutlich weniger Börsengänge in China und Europa Nach wie vor ist China der weltweit aktivste IPO-Markt - allerdings waren in den ersten Monaten 2012 deutlich weniger Börsengänge zu verzeichnen als im Vorjahreszeitraum. Bislang gingen in diesem Jahr 59 chinesische Unternehmen an die Börse und erlösten dabei 5,4 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr, als 111 Börsengänge insgesamt 23,9 Milliarden US-Dollar einbrachten, ist das ein Rückgang um 47 Prozent (bezogen auf die Zahl der Börsengänge) beziehungsweise 77 Prozent (bezogen auf den Gesamtwert).

In Europa ging die Zahl der Börsengänge ebenfalls deutlich zurück. So wurden bislang in diesem Jahr europaweit nur 29 IPOs gezählt, die 2,7 Milliarden US-Dollar einbrachten. Im ersten Quartal 2011 hatte es im Vergleich dazu in Europa 53 IPOs im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar gegeben. Die meisten Börsengänge wurden in Polen gezählt: Insgesamt 12 Unternehmen gingen in Warschau an die Börse - 2011 waren es im ersten Quartal noch 31 gewesen. In der Schweiz gab es in diesem Jahr bislang den Börsengang von DKSH.

Relativ stabil hat sich der nordamerikanische Markt entwickelt. Insgesamt wurden 32 Börsengänge gezählt, 28 davon in den Vereinigten Staaten. Im Vorjahreszeitraum hatten in der Region 39 (USA: 27) Unternehmen den Sprung aufs Parkett gewagt. Die Emissionserlöse gingen allerdings stark zurück: Von 14,8 auf 5,0 Milliarden US-Dollar.

Positiver Ausblick "Nach einem verhaltenen Start ins Jahr hat sich das Klima für Börsengänge in den vergangenen Wochen deutlich aufgehellt", stellt Peter Dauwalder, Partner, Transaction Advisory Services bei Ernst & Young, fest. Dabei spielen nach seiner Einschätzung die erfolgreichen Börsengänge des Schweizer Handelskonzerns DKSH und des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo eine wichtige Rolle. Die Unternehmen waren in der zweiten Märzhälfte in Zürich beziehungsweise Amsterdam an die Börse gegangen und haben dabei 897 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,1 Milliarden US-Dollar erzielt. Diese beiden IPOs waren zugleich die weltweit bislang grössten Börsengänge des Jahres 2012 - vor dem chinesischen Baukonzern China Communications Construction, der gut 790 Millionen US-Dollar einbrachte.

DKSH und Ziggo werden nach Peter Dauwalder's Einschätzung eine positive Signalwirkung für den Primärmarkt haben. "Wir sehen ein verbessertes Sentiment - Ziggo und DKSH dürften IPO-Plänen von Börsenkandidaten Rückenwind geben. In Europa stehen derzeit zahlreiche Kandidaten in den Startlöchern - wenn nicht wieder ein externer Schock dazwischen kommt, dürften nach Ostern zahlreiche IPOs anstehen."

Roger Müller, Partner, Financial Accounting Advisory Services bei Ernst & Young, verweist auf die zuletzt gesunkene Volatilität. "Die geringere Volatilität erhöht die Planbarkeit für die Unternehmen in der heissen Phase des Bookbuildings. In diesem Umfeld ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Börsengang einen angemessenen Erlös zu realisieren, wieder gegeben." Die europäische Schuldenkrise ist derzeit etwas in den Hintergrund gerückt, sagt Roger Müller. "Die Investoren haben mögliche Effekte antizipiert und den Eindruck gewonnen, dass die drängendsten Probleme rund um die europäische Schuldenkrise vorerst gelöst sind." Die Stimmung könne sich aber rasch wieder eintrüben, so Roger Müller. "Entscheidend ist es, gut vorbereitet zu sein. Nur so können Unternehmen von IPO-Chancen optimal profitieren."

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