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Ernst & Young Guide: «Worldwide fiscal stimulus - tax policy plays a major role»: Die Steuerpolitik spielt bei der Belebung der Wirtschaft eine entscheidende Rolle

Zürich/London (ots) - In der derzeitigen ersten richtigen globalen Rezession seit dem 2. Weltkrieg setzen immer mehr Länder auf fiskalpolitische Massnahmen, um die allgemeine Nachfrage zu stimulieren und den Kreditfluss an Unternehmen wieder in Gang zu bringen. Obwohl ausgabenbezogene Massnahmen in den letzten Monaten die grössere Aufmerksamkeit erhielten, sind es die steuerlichen Massnahmen, die 56% des Nettoeffekts der fiskalpolitischen Wirtschaftsbelebung ausmachen, wie es in einem kürzlich publizierten OECD-Bericht heisst. In «Worldwide fiscal stimulus - tax policy plays a major role», untersucht Ernst & Young die steuerlichen Konjunkturmassnahmen in 24 wichtigen Staaten sowie der Europäischen Union und weist auf die Problematik hin, die sich ergibt, wenn Regierungen zunehmend ihre Steuersysteme zur Ankurbelung der Wirtschaft einsetzen. «In der zunehmend globalen und enger verflochtenen Geschäftswelt werden mindestens in einem, wahrscheinlich aber in mehreren Ländern, in denen ein multinationales Unternehmen tätig ist, steuerliche Konjunkturmassnahmen ergriffen. Unternehmen müssen sich dieser Entwicklung und ihrer Auswirkungen bewusst sein, um sich angemessen darauf einzustellen», sagt Stephan Kuhn, EMEIA Tax Leader bei Ernst & Young. Der Guide von Ernst & Young zeigt auf, dass viele Länder ihre steuerpolitischen Massnahmen auf ähnliche Aktivitäten konzentrieren, auch wenn ihre Ansätze unterschiedlich sind: - Neue Abschreibungsrichtlinien - zur Verbesserung des Cashflows von Unternehmen, damit Investitionskosten schneller abgeschrieben werden können. - Verlustvortrag- und Verlustrückübertragungsregelungen - diese dienen dazu, den Cashflow positiv zu beeinflussen, indem traditionell profitable Gesellschaften Spielraum erhalten, Steuergutschriften aufgrund von Nettobetriebsverlusten im aktuell schwierigen Umfeld zu verwenden. - Senkung der Unternehmenssteuersätze - zur Verbesserung des Cashflows, zur Belebung der allgemeinen Nachfrage und der Investitionen, sowie zur Erhöhung der Attraktivität des Landes im internationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze und Investitionen. - Erhöhung der Steuergutschriften für Forschung und Entwicklung - um Unternehmen zusätzliche Anreize zu bieten, in Innovationen zu investieren, und um trotz der schwierigen Wirtschaftslage neue F&E-Aktivitäten anzuziehen. - Reduktion der MWST-Sätze, um die Nachfrage aufrecht zu erhalten, indem die Kosten von Waren und Dienstleistungen gesenkt werden.- Massnahmen bei der Einkommenssteuer - zur Steigerung allgemeiner Nachfrage durch Erhöhung des verfügbaren Nettoeinkommens für kleine und mittlere Steuerzahler. Neben bedeutenden neuen Trends weist der Guide auch darauf hin, dass einige der wirtschaftsfördernden Steuermassnahmen permanent, viele jedoch auch nur vorübergehend sind. In vielen Fällen gelten die neuen Massnahmen nur für bestimmte Arten von Aktivitäten. Dazu gehören meist die Produktion, Technologie, Energieeffizienz und der Transportsektor. In einigen Fällen werden KMUs, die am stärksten von den wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen sind, grosszügiger unterstützt. Die Mehrheit der einkommenssteuerlichen Massnahmen ist auf untere und mittlere Einkommen ausgerichtet. «Die Massnahmen jedes Landes hängen von dessen eigenen spezifischen Bedürfnissen, der Budgetsituation und dem politischen Klima ab. Obwohl sie alle das gleiche Ziel haben - die Nachfrage anzukurbeln und den Cashflow zu verbessern -, können ihre Ansätze doch erheblich variieren, sogar bei ähnlichen Themen. Bevor Unternehmen Investitionen tätigen oder andere Geschäftsentscheidungen fällen, die auf steuerpolitischen Konjunkturprogrammen beruhen, sollten sich Unternehmen mit allen Variablen vertraut machen», sagt Stephan Kuhn. Ein weiterer wichtiger Faktor, den es zu beachten gilt, ist, dass viele Regierungen bereits mit immer höheren Staatsdefiziten und stark rückläufigen Steuereinnahmen ringen, während sie gleichzeitig Konjunkturprogramme lancieren indem die Staatsausgaben erhöht und Steuern gesenkt werden. «Die staatlichen Aktivitäten haben sich bisher notgedrungen vor allem auf wirtschaftliche Problembereiche konzentriert. Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass die Regierungen bald einen Weg finden müssen, wie sie die Kosten für Steuererleichterungen und andere Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft wieder hereinholen», erklärt Stephan Kuhn. Beispielsweise hat die britische Regierung in ihrem jüngsten Haushaltsplan eine Reihe von substanziellen Einkommenssteuererhöhungen für Grossverdiener angekündigt, was auf Bemühungen, das Staatsdefizit zu reduzieren, hindeutet. Ungarn, das aufgrund seines knappen Budgets bisher eher einen zurückhaltenden Ansatz bei der Wirtschaftsankurbelung durch steuerliche Massnahmen verfolgt hat, plant, die Mehrwertsteuer von 20% auf 25% zu erhöhen und gleichzeitig eine Reihe von Einkommenssteuersenkungen einzuführen, in der Absicht, den Konsum künftig höher als das Einkommen zu besteuern. «Die von vielen Ländern eingeführten Steuersatzsenkungen, Anreizprogramme und andere Konjunkturmassnahmen bieten viele Gelegenheiten. Allerdings tragen sie auch erheblich dazu bei, dass Regierungen in der Zukunft Herausforderungen zu meistern haben und mit ungünstigen Entwicklungen konfrontiert sein werden», sagt Chris Sanger, Global Head of Tax Policy bei Ernst & Young. Der Ernst & Young Guide zeigt Wege auf, wie Unternehmen Chancen besser nutzen und die bevorstehenden Herausforderungen besser bewältigen können. Dazu zählen die effiziente Verwaltung ihrer liquiden Mittel, die Nutzung von jenen Anreizprogrammen, die ihre allgemeinen Geschäftsziele unterstützen, die Verbesserung der Kommunikation und der Beziehungen zu den Behörden und die aktive Überwachung und Mitwirkung am steuerpolitischen Entwicklungsprozess. «Erfolgreiche Steuerchefs agieren zukunfts- und nicht vergangenheitsorientiert», fügt Chris Sanger an. Stephan Kuhn betont zudem, dass sich steuerpolitische Entwicklungen nicht auf die in diesem Guide beschriebenen Massnahmen beschränken. «Wahrscheinlich werden noch weitere Konjunkturmassnahmen eingeleitet, bis sich die Weltwirtschaft wieder voll erholt hat. Während sich die Regierungen bereits auf die nächste Massnahmenrunde vorbereiten, werden sie sich bei der Festlegung ihres Ansatzes die positiven wie negativen Erfahrungen anderer Staaten zunutze machen. Die gewählten steuerlichen Massnahmen werden einen massgeblichen Einfluss auf die Aktivitäten und die diesbezüglich weltweit zu erwartenden Erträge auf dem investierten Kapital der Unternehmen haben», meint Stephan Kuhn abschliessend. Über den Guide «Worldwide fiscal stimulus - tax policy plays a major role» beschreibt die fiskalpolitischen Massnahmenpakete von 24 Staaten und der Europäischen Union zur Ankurbelung der Wirtschaft und konzentriert sich dabei jeweils auf die Steuerkomponenten der nationalen Konjunkturpakete. Die Daten wurden im März und April 2009 gesammelt. Da sich das Wirtschaftsumfeld ständig verändert, ist es möglich, dass die neuesten Entwicklungen der Steuerprogramme nicht mehr in dieser Studie berücksichtigt sind. Die gesamte Studie steht unter www.ey.com/ch zur Verfügung. Kurzporträt von Ernst & Young Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen und Beratung. Unsere 135'000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt verbinden unsere gemeinsamen Werte sowie ein konsequentes Bekenntnis zur Qualität. In der Schweiz ist Ernst & Young ein führendes Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Steuern und Recht sowie Transaktionen und Rechnungslegung an. Unsere 1'900 Mitarbeitenden in der Schweiz haben im Geschäftsjahr 2007/08 einen Umsatz von CHF 563 Mio. erwirtschaftet. Wir differenzieren uns, indem wir unseren Mitarbeitenden, Kunden und Anspruchsgruppen helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.ey.com/ch Ernst & Young bezieht sich auf die globale Organisation der Mitgliedsfirmen von Ernst & Young Global Limited, von denen jede eine eigene Rechtseinheit bildet. Ernst & Young Global Limited, UK, erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. ots Originaltext: Ernst & Young Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Simone Jeanne Isermann Ernst & Young Mediensprecherin Tel.: +41/58/286'35'97 E-Mail: simone.isermann@ch.ey.com

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