Hans-Eggenberger-Stiftung

ARMin - Roboter therapiert gelähmten Arm

Hans-Eggenberger-Preis über CHF 110 000 für Arm-Therapie-Roboter ARMin

    Zürich (ots) - Weltweiter Durchbruch bei der Arm-Therapie von Schlaganfall-Patienten. Der in Zürich entwickelte Arm-Therapie-Roboter ARMin ermöglicht effiziente roboterunterstützte Hilfe. Allein in der Schweiz könnten davon jährlich bis zu 12'000 Menschen profitieren. Für die Entwicklung von ARMin zeichnet die Hans-Eggenberger Stiftung Wissenschafter Tobias Nef von ETH und Universität Zürich mit der Preissumme von CHF 110 000 aus.

    Essen, Trinken, sich Waschen, sich Ankleiden - alltägliche Dinge, die wir ohne Anstrengung tun. Anders sieht es nach einem Schlaganfall aus; Arm und Hand gehorchen einem kaum mehr. Alle Handgriffe und Tätigkeiten müssen neu erlernt und trainiert werden. Das dauert häufig lange und braucht viel Zeit und Geduld - von Seiten der jährlich rund 12'000 Patienten in der Schweiz und Millionen weltweit. Die manuelle Therapie ist für Betroffene und Therapeuten anstrengend und zeitraubend; die Bewegungsfähigkeit der Patienten bleibt häufig unbefriedigend.

    Der neu entwickelte Arm-Therapie-Roboter ARMin unterstützt die Arbeit mit Patienten sowie die Qualität der Rehabilitation deutlich. Mit dem Therapieroboter können längere Therapiesitzungen sowie neuartige Therapie- und Bewegungsarten realisiert werden. Das Bewegungstraining wird wesentlich effizienter, weil der Patient mit ARMin aktiv an der Bewegung mitwirkt. Patient, Therapeut und Heilung profitieren im gleichen Masse. Was ist ARMin?

    ARMin ist ein Roboterarm, der mit Oberarm, Unterarm und Hand des Patienten verbunden ist. Sechs Elektromotoren bewegen Schulter, Ellbogen und Unterarm. Sensoren und speziell entwickelte Software machen es möglich, Muskelaktivierung und Bewegungskoordination des Patienten zu unterstützen und zu messen. Pilotstudie und Weiterentwicklung

    In ersten klinischen Pilotstudien an der Universitätsklinik Balgrist, Zürich konnten an einigen ausgewählten chronischen Schlaganfallpatienten wesentliche Verbesserungen der Bewegungsfähigkeit nachgewiesen werden. In einer breit angelegten Studie mit 80 Schlaganfallpatienten wird nun in verschiedenen Spitälern der Schweiz die Wirksamkeit der ARMin-Therapie wissenschaftlich untersucht. Zurzeit wird ARMin so ergänzt, dass die Hand geöffnet und geschlossen werden kann.

    Bis jetzt wurden von der ETH und Universität Zürich fünf ARMin-Prototypen gebaut. Davon sind vier Arm-Roboter in Spitälern in der Schweiz und einer am "National Rehabilitation Hospital" in Washington DC. ARMin wird durch die Schweizer Firma Hocoma AG auf dem international Markt eingeführt. Hochdotierte Preissumme für Wissenschafter von ETH und Universität Zürich Der Arm-Therapier-Roboter ARMin wurde als Doktorarbeit von Tobias Nef und seinem Betreuer, Prof. Robert Riener vom Labor für Sensomotorische Systeme der ETH und Universität Zürich entwickelt.

    Die Hans-Eggenberger Stiftung zeichnete Nefs Dissertation mit einer Preissumme von CHF 10'000 aus. Den hochdotierten Förderpreis von CHF 100'000 erhält der Wissenschafter und "Vater" von ARMin für die Weiterentwicklung des Roboters für die Handtherapie. Diese Arbeiten werden von Tobias Nef am "National Rehabilitation Hospital" in Washington DC in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich durchgeführt.

    Bilder des Armroboters ARMin sowie von Tobias Nef finden Sie unter: http://cabrr.cua.edu/people/TobiasN.cfm und http://cabrr.cua.edu/gallery.cfm

    Die Hans-Eggenberger-Stiftung wurde nach der letztwilligen Verfügung des Pioniers des schweizerischen Radios und Fernsehens Hans Eggenberger (1900-1986) gegründet. Sie fördert Projekte in den Bereichen Fürsorge - Gesundheitsdienst und Krankenpflege - Kunst und Kultur - Erziehung, Ausbildung und Wissenschaft. Der Hans-Eggenberger-Preis wird seit 2008 jährlich für hervorragende interdisziplinäre Arbeiten auf den Gebieten Elektronik und Leistungselektronik verliehen. Weiter fördert die Stiftung Forschungsprojekte junger Wissenschafter auf dem gleichen Gebiet im In- und Ausland mit einem Betrag von bis zu CHF 100'000 jährlich.

    Tobias Nef aus Zuckenriet, SG, 1977, hat an der ETH Lausanne Elektrotechnik studiert. Bei Prof. Robert Riener am Departement für Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich verfasste er die Dissertation "ARMin - Multimodaler Roboter für die Bewegungstherapie der oberen Extremitäten". Zurzeit ist er mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds als Post-Doktorand an dem "National Rehabilitation Hospital" in Washington DC. Ab Januar 2009 wird er als Professor an der Biomedizinischen Fakultät der "Catholic University of America", Washington forschen und lehren.

ots Originaltext: Hans-Eggenberger-Stiftung
Internet: www.presseportal.ch

Kontakt:
Informationen betreffend ARMin:
Dr. Tobias Nef
Tel.:        +1-202-877-10-91
E-Mail:    nef@cua.edu
Internet: http://cabrr.cua.edu, http://armin.ethz.ch

Informationen betreffend Preisvergabe:
Werner Bächtold
Präsident Preisausschuss Hans-Eggenberger Stiftung
Tel.:    +41/44/713'01'68
E-Mail: werner.baechtold@emeritus.ethz.ch;



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