Schweiz. Markenartikelverband Promarca

Coop setzt Lieferanten massiv unter Druck - Promarca äussert wettbewerbsrechtliche Bedenken

    Bern (ots) - Coop stellt überrissene Forderungen gegenüber Lieferanten. Dies hat eine Schweizer Zeitung publik gemacht. Der Schweizerische Markenartikelverband Promarca nimmt zu den wichtigsten Inhalten Stellung. Er kritisiert Coops unpartnerschaftliche, intransparente Methoden, mit denen Zulieferer unter Androhung von Sanktionen unter Druck gesetzt werden. So trägt Grossverteiler Coop seinen Preiskrieg auf dem Buckel der Lieferanten aus, während seine europaweit höchste Bruttomarge von 34,4% unangetastet bleibt. Promarca äussert wettbewerbsrechtliche Bedenken.

    Zahlen unabhängiger Institute zeigen: Im 2009 hat Migros eine Bruttomarge von 39% beansprucht, Coop von 34,4%. Damit sind ihre ohnehin europaweit höchsten Bruttomargen gegenüber 2008 gestiegen - trotz "vermehrtem Wettbewerb" und "Preissenkungen auf Kosten der eigenen Marge", wie die Schweizer Grossverteiler in der Öffentlichkeit gerne betonen. Dass die Händler ihre Margen vergrössern und wie aktuell Coop für ihren Preiskampf die Lieferanten schröpfen, findet Promarca-Direktorin Anastasia Li-Treyer inakzeptabel: "Der Grossteil der Markenartikelhersteller hat mit Coop nur noch einen einzigen flächendeckenden Kanal zur Verfügung. Dies gilt auch für grosse, bekannte Marken. Fliegt eine Marke aus dem Regal, ist das Produkt praktisch aus dem Schweizer Markt ausgeschlossen." Dies schafft eine ungeheure Machtposition, die Coop in den laufenden Verhandlungen gezielt ausnutzt. "Harte Verhandlungen sind kein Problem, solange der Wettbewerb einwandfrei spielt. Nur ist dies in der Schweiz nicht der Fall." Es sei deswegen wettbewerbsrechtlich höchst bedenklich, "dass dies zu solch unpartnerschaftlichen und einseitig verlaufenden Verhandlungen führt wie momentan."

    Gegenüber den Medien hatten verschiedene Lieferanten angegeben, dass Coop überrissene Forderungen stellt, die auf keinerlei Gegenleistungen beruhen und dass der Händler mit massiven Sanktionen wie Auslistung droht, sollte sich der Lieferant mit den Bedingungen nicht einverstanden geben. Coop stützt diese Forderungen auf eine Studie, die er den Lieferanten allerdings nicht aushändigt und deren Ergebnisse von den betroffenen Unternehmen somit nicht nachvollzogen werden können. "Auf Nachfrage bei unseren Mitgliedsunternehmen können wir all diese Punkte bestätigten", führt Li-Treyer aus. "Coop lässt seinen Zulieferern keinen Spielraum. Entweder man akzeptiert - oder bekommt Probleme." Promarca will diesen wettbewerbsrechtlichen Bedenken nachgehen.

ots Originaltext: Schweiz. Markenartikelverband Promarca
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Kontakt:
Anastasia Li-Treyer, Direktorin Promarca
Patrick Eigenmann, Kommunikation/PR Promarca
E-Mail:    a.li@promarca.ch

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