Schweizerischer Blindenbund

Stellungnahme des Schweizerischen Blindenbundes: Politische Augenwischerei verdeckt wahre Absichten

Zürich (ots) - Einmal mehr will Bundes-Bern dem Volk Sand in die Augen streuen. Grossspurig werden in der IV Ziele vorgelegt, die unmöglich erreicht werden können. Im Rahmen der 6. IVG-Revision stellt sich der Bundesrat vor, dass in den nächsten Jahren 16'800 heutige IV-RentnerInnen im ersten Arbeitsmarkt eine Stelle finden könnten. Der Schweizerische Blindenbund unterstützt die Haltung des Bundesrats, die berufliche Integration behinderter Menschen aktiv zu fördern. Das festgelegte Ziel, ca. 16'800 Personen bis 2018 wieder einzugliedern, ist jedoch reine Theorie und Augenwischerei. Sie berücksichtigt weder die Wirtschaftslage noch die Gesetzmässigkeiten der modernen Arbeitswelt. Pro Infirmis wollte wissen, ob die Schweizer Unternehmen wirklich bereit sind, die dafür notwendigen Arbeitsstellen zu schaffen. Daher startete sie im November 2010 bei namhaften Firmen eine entsprechende Umfrage. Die Reaktionen darauf sind schlicht ernüchternd. Mehr als die Hälfte der angeschriebenen Unternehmen reagierten erst gar nicht erst auf die Umfrage. Viele, darunter auch Regiebetriebe des Bundes, wie Swisscom, die Post oder SBB schieben Bedenken der Sicherheit oder andere fadenscheinige Begründungen vor, welche sie davon abhalten Behinderte anzustellen. Keine einzige Firma machte klare Angaben dazu, wie viele Menschen mit Behinderung sie bereit wäre anzustellen, um den Zielen der 6. IVG-Revision nachzuleben. Diese Resultate belegen die Tatsache, dass die Wirtschaft nicht bereit ist, als verlässliche Partner die Integration und Reintegration leistungsschwacher Menschen mit zu tragen. Sie bestätigen vielmehr die Aussagen von prominenten SVP-Politikern, wonach Unternehmer keine Angestellten mit Defiziten suchen, also auch keine Menschen mit Behinderung! Somit werden die IV-Rentner zum Spielball einer reinen Abbaupolitik. Der Schweizerische Blindenbund lehnt das Ziel, 16'800 IV-Rentner wieder eingliedern zu können, ab, da es völlig unrealistisch ist. Mit der deutlichen Ablehnung einer griffigen Quotenregelung offenbarte die Mehrheit des Nationalrates die wahren Absichten, die hinter dieser Vorlage stehen, das Argument der Eingliederung als Vorwand für eine reine Abbaupolitik zu missbrauchen. Damit ist zu befürchten, dass viele bisherige RentnerInnen ihre IV-Rente zwar verlieren, ohne jedoch einen Arbeitsplatz zu finden. In der Folge würden private Haushalte und die Sozialhilfe noch mehr zur Kasse gebeten. Dies ist keine echte Sanierung, sondern blosse Kostenverschiebung und reiner Leistungsabbau! Der Schweizerische Blindenbund Das oberste Ziel des Schweizerischen Blindenbundes ist es, sehbehinderten und blinden Menschen zu grösstmöglicher Selbstständigkeit in materiellen, sozialen und kulturellen Belangen zu verhelfen, denn eine Sehbehinderung oder Blindheit verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen sehr einschneidend. Hilfe zur Selbsthilfe wird in den Regionalgruppen angeboten. Um Kontakte und gegenseitige Hilfe zu fördern, finden in den Regionalgruppen regelmässig kulturelle und gesellige Veranstaltungen statt. Blinde und sehbehinderte Menschen fassen durch die gemeinsamen Kontakte wieder Mut und gewinnen neue Lebensfreude. In Ergänzung zur gegenseitigen Hilfestellung unter den Betroffenen sind in unseren Beratungsstellen spezialisierte Fachleute beschäftigt. Die auf Sehbehinderte abgestimmten Rehabilitationsangebote und Sozialberatung tragen viel zur Selbstständigkeit und zur sozialen Integration bei. Diese Dienstleistungen sind für alle sehbehinderten und blinden Menschen, auch Nichtmitglieder und Angehörige, kostenlos. ots Originaltext: Schweizerischer Blindenbund Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Schweizerischer Blindenbund, Geschäftsstelle Friedackerstrasse 8, Postfach 8050 Zürich Tel.: +41/44/317'90'00 Fax: +41/44/317'90'01 E-Mail:info@blind.ch Internet: www.blind.ch

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