Leopold Museum

Leopold Museum versteigert Schiele-Meisterwerk bei Sotheby's - BILD

"Wally-Kredit"-Finanzierung durch Schieles "Häuser mit bunter Wäsche"

Wien (ots) - Im Sommer 2010 sorgte die Rückkehr von Egon Schieles "Bildnis Wally" ins Leopold Museum für Schlagzeilen. Nach 12 Jahren hatte die "Causa Wally" mit einem Vergleich geendet. Ein substantieller Betrag war dafür überwiesen worden. Die Summe finanzierte die Leopold Museum-Privatstiftung durch einen Kredit. Nun musste die Stiftung in diesem Zusammenhang die bisher wohl schwierigste Entscheidung hinsichtlich des Sammlungsbestandes treffen. Welches Meisterwerk würde man auf den Markt bringen um den Kredit begleichen zu können? Letztlich konnte es nur ein absolutes Meisterwerk sein, ein Bild wie es nur äußerst selten auf den Markt kommt.

Schieles "Häuser mit bunter Wäsche": Schätzwert rund 30 Millionen Euro

Nun ist es entschieden. Die einstimmige Wahl des Stiftungsvorstands fiel auf "Häuser mit bunter Wäsche" (Vorstadt II). Das 1914 vom damals 24-jährigen Egon Schiele geschaffene Ölgemälde wird am 22. Juni 2011 im Rahmen der Sommerauktion bei Sotheby's in London versteigert.

Gemälde von Rudolf Leopold aus der Sammlung Böhler erworben

Das Werk stammt aus dem Besitz von Heinrich Böhler. Der aus der Industriellenfamilie Böhler stammende Freund und Förderer Schieles hatte das Bild direkt vom Künstler erworben. Prof. Rudolf Leopold (1925-2010) kaufte das Bild 1952 von der Witwe Böhlers, 1994 wurde es in die Leopold Museum-Privatstiftung eingebracht.

Der Sammler über das Bild: "Hinter den Häusern beginnt ... das Niemandsland"

1972 schrieb Rudolf Leopold in seiner Schiele Monographie über das von ihm hochgeschätzte Bild: "Mit der bunten, im Vergleich zum übrigen viel bewegter anmutenden Wäsche sind vielleicht Kinder und junge Menschen gemeint in ihrem noch unbekümmerten, heiteren Dasein. Altgeworden, wohnen sie in ihren Behausungen, auf engem Raum zusammengepfercht. .... Schon hinter den Häusern beginnt breit und leer das Niemandsland; die aus den Wolken ragenden Berggipfel sind unerreichbar."

Leopold Museum-Managing Director Weinhäupl: "Schmerzliche Trennung" Schiele Weltrekord erwartet

Mag. Peter Weinhäupl, Managing Director des Leopold Museum beschreibt die Trennung von diesem Werk als "schmerzlich", sie erfolge aber für "eine wichtige und richtige Sache". Das Leopold Museum sei "in der glücklichen Lage" acht weitere Stadtlandschaften Schieles zu besitzen. "Natürlich wird das Bild fehlen, aber es hilft uns den notwendigen letzten Schritt im Fall Wally zu setzen", so Weinhäupl. Das außergewöhnliche Bild könnte zum teuersten je versteigerten Schiele aller Zeiten werden. Zuletzt erreichte 2006 eine Stadtlandschaft mehr als 22 Millionen Dollar, bisher der Kunstmarkt-Weltrekord für Schiele, der mit Gustav Klimt zu den teuersten Künstler der österreichischen und internationalen Klassischen Moderne zählt.

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